Mary Elizabeth O’Sullivan | 18. Weinrot

Percy nahm meinen Arm und zog mich mit sich. Ich nickte den Verhandlungsmitgliedern noch einmal höflich zu, vor wir die Tür passierten. Wir blieben in der Eingangshalle stehen. Ich lächelte Percy etwas distanziert an: “Danke.”
Er nickte nur knapp: “Kein Problem. Man sieht sich.”
Damit ließ er mich sehen. Ich apparierte zum Malfoy Manor.

Das Manor war leer, als ich es betrat. Draco war nicht hier. Angst durchströmte mich. War er nach Azkaban gekommen? Ich ging in den Salon und ließ mich auf einen Sessel fallen. Dort wartete ich eine gefühlte Ewigkeit. Immer mit der Hoffnung, dass Draco nach Hause kommen würde. Irgendwann hörte ich tatsächlich den Knall des Apparierens. Sofort sprang ich auf und rannte in den Eingangssalon, wo ich überraschenderweise nicht nur auf Draco, sondern auch  auf seine Mutter traf. Ich blieb wie angewurzelt stehen und starrte Narzissa an, wie einen Geist. “Mary!”, stieß Draco erleichtert hervor. Mit zwei großen Schritten war er bei mir und zog mich in seine Arme. “Du bist hier.”, hauchte ich, “Ich hatte solche Angst, dass…”
Meine Stimme brach und ich schluchzte leise auf. All die Anspannung und Angst, die ich innen letzten Stunden unterdrückt hatte, brach jetzt aus mir heraus. Draco zog mich näher zu sich, sich mir sanft übers Haar und versuchte, mich zu beruhigen. Wir lösten uns erst wieder voneinander, als wir Narzissas Absätze an uns vorbeigehen hörten. “Mum?”, fragte Draco vorsichtig. “Entschuldigt mich.”, Narzissa schaute nicht hoch und ihre Stimme klang leicht gepresst, “Ich begebe mich in mein Zimmer, um mich frisch zu machen.”
Mit schnellen Schritten verließ sie den Salon. Draco seufzte: “Dass mein mein Vater in Azkaban ist, setzt ihr ziemlich zu.”
Ich nickte mitfühlend: “Verständlich.”
“Dein Vater ist übrigens auch zu lebenslänglicher Haft in Azkaban verurteilt worden.”, informierte Draco mich vorsichtig. Ich nickte nur, denn nichts anderes hatte ich erwartet. “Es ist schon spät.”, sagte Draco, “Lass uns etwas essen und dann ins Bett gehen.”
“Okay.”, stimmte Ichs einem Vorschlag zu und wir machten uns auf den Weg in die Küche.

 

Dracos Sicht: 
Ich stand im Eingangssalon und wartete auf Mary. Wir wollten zu Fred Weasleys Beerdigung. Plötzlich hörte ich das Klacken von Absätzen auf der Treppe hinter mir. Ich drehte mich um und meiner Erwartung entsprechend kam Mary die Treppe herunter auf mich zu. Sie trug ein elegantes, schwarzes Kleid und weinrote High Heels. Mit einem etwas unsicheren Lächeln trat sie zu mir. Ich nahm ihre Hand: “Bereit?”
Sie atmete einmal tief durch, bevor sie nickte. Ich drückte ihre Hand leicht, dann apparierten wir.

Marys Sicht: 
Wir kamen am Eingangstor des Friedhofes an. Draco und ich nickten Zins kurz zu, dann passierten wir das Tor. Ziemlich schnell entdeckten wir die schwarz gekleidete Gruppe, die an einem frischen Grab stand. Beinahe lautlos traten wir zu ihnen. Ich bückte mich und legte einen Strauß Wildblumen auf Freds Grab. Die Weasley beobachteten uns stumm. Ohne ein weiteres Wort verließen Draco und ich den Friedhof wieder.

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