Mary Elizabeth O’Sullivan | 19. Meerblau

“Draco?”, ich klopfte ungeduldig gegen seine Zimmertür, “Bist du da?”
“Nein, Schätzchen.”, antwortete plötzlich Narzissmus sanfte Stimme hinter mir und ich zuckte vor Schreck zusammen, “Er ist vor etwa zwei Stunden gegangen.”
“Wohin?”, fragte ich verwirrt. Narzissa zuckte nur mit den Schultern: “Ich weiß es nicht.”
Dann ließ sie mich stehen und ging. Ich sah ihr noch immer verwirrt nach. Schließlich ging ich ins Musikzimmer, um etwas Klavier zu spielen. Der schwarze Flügel war geschlossen, als ich den Raum betrat und auf dem schwarzen Holz lag ein Brief. Als ich näher trat, erkannte ich, dass er an mich adressiert war. Zögernd nahm ich ihn in die Hand, öffnete ihn und las den Brief.

Liebe Mary, 
es tut mir leid, dass ich gegangen bin, ohne dir etwas zu sagen, aber ich habe noch einige wichtige Dinge zu erledigen. 
Sei heute um 19 Uhr fertig im Eingangssalon. Zieh Badesachen drunter. Wohin wir gehen ist eine Überraschung.
Bis dann.

Alles Liebe, Draco.

Ich ließ den Brief sinken. Was hatte Draco bloß vor?

Pünktlich um 9 Uhr stand ich, wie Draco geschrieben hatte, fertig in der Eingangshalle. Ich trug ein hellblaues Sommerkleid über meinem Bikini und Riemchensandalen. Meine langen roten Locken hatte ich einfach zu einem Zopf geflochten. Draco rat durch die Haustür. Er trug eine kurze, schwarze Hose und ein weißes Hemd. Als er mich entdeckte, breitete sich sofort ein Lächeln auf seinem Gesicht aus. Draco bot mir seinen Arm an: “Wollen wir?”
Ich grinste und hakte mich bei ihm unter. “Wohin gehen wir eigentlich?”, fragte ich betont beiläufig, als wir den Garten des Malfoy Majors verließen. Draco schüttelte grinsend den Kopf: “Vergiss es. Ich verrate es dir nicht.”
Ich machte einen Schmollmund, was Draco nur noch mehr zum Lachen brachteSchließlich kamen wir an dem kleinen See an, an dem wir schon einmal gemeinsam gewesen waren. Mit offenem Mund bleib ich stehen, als ich das Picknick sah, das Draco für uns vorbereitet hatte. “Gefällt es dir?”, fragte Draco sanft. “Gefallen?”, ich schnaubte ungläubig, “Es ist unglaublich! Danke.”
Ich küsste ihn stürmisch. Er lächelte, “Erst schwimmen oder essen?”
“Schwimmen.”, entschied ich nach kurzem Zögern.

Nach einiger Zeit kamen wir wieder aus dem Wasser. Die Sonne ging langsam unter und tauchte die Wiese in goldenes Licht. Wir setzten uns auf die Decke und begannen zu Essen. Draco hatte wirklich an alles gedacht. Nach und nach wurde es dunkel und Draco zündete die Kerzen an, die er mitgebracht und um uns herum in den Boden gesteckt hatte. Wir sahen nach oben in den Nachthimmel. Er war klar, dadurch konnten wir die Sterne sehen. “Wunderschön.”, flüsterte ich. Draco nickte lächelnd. Ist dir kalt?”, fragte er nach ein paar Minuten. als er mein Zittern bemerkte. Ich lächelte unsicher: “Ja, ein bisschen.”
Draco legte mir seine Jacke um die Schultern. “Danke.”, sagte ich leise. Draco lächelte, beugte sich vor und gab mir einen sanften Kuss auf die Lippen. Wir sahen wieder in den Sternenhimmel. Ich steckte meine Hände in die Rachen und hielt überrascht inne. Die Finger meiner rechten Hand stießen auf einen festen, eckigen Gegenstand. Langsam zog ich eine kleine, schwarze Schachtel aus der Tasche: “Draco, was ist das?”
Dracos Blick schnellte sofort zu mir. Bevor ich die Schachtel öffnen konnte, nahm er sie mir schnell aus der Hand.

Dracos Sicht: 
Mary sah mich Stirn runzelnd an: “Du verhältst dich irgendwie seltsam. Ist alles in Ordnung?”
“Ja, natürlich.”, antwortete ich schnell und lachte nervös auf, “Das läuft gerade gar nicht nach Plan.”
Mary zog wartend die Augenbrauen nach oben. Ich räusperte mich und kniete mich vor sie. “Mary, ich liebe dich.”, begann ich, “Ich kann mir nicht vorstellen, je wieder ohne dich zu leben. Ja, ich weiß, eigentlich sind wir schon verlobt.”
Mary traten Tränen in die Augen und sie schlug sich eine Hand vor den Mund. Ich sah sie mit einem leicht unsicheren Lächeln an: “Willst du mich zum glücklichsten Menschen der Welt machen und mich heiraten?”

Marys Sicht: 
Ich starrte Draco fassungslos an. Damit hatte ich nicht gerechnet. Sein unsicherer Blick lag fest auf mir. Ich begriff, dass er noch auf meine Antwort wartet. “Ja.”, hauchte ich glücklich, “Ja, ich will dich heiraten.”
Draco strahlte glücklich und zog mich in seine Arme. Ein paar Minuten später lösten wir uns wieder voneinander und Draco öffnete die kleine Schachtel. Auf schwarzem Samt lag ein filigran gearbeiteter, silberner Ring mit einem meerblauen Edelstein. Draco nahm ihn aus der Schachtel und steckte ihn mir an den Finger. “Er ist wunderschön, Draco.”, flüsterte ich, “Danke.”
Mein Verlobter lächelte mich glücklich an.

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