“Bereit?”, fragte Björn und musterte mich aufmerksam. Ich zwang mir ein Lächeln auf die Lippen und nickte. Zusammen betraten wir das Gelände von Hogwarts. Es war noch früh am morgen und die Sonne ging gerade erst auf, als wir auf das Schloss zu liefen. Wir kamen an einer kleinen Hütte aus Stein vorbei. Im Garten vor der Hütte wuchsen die größten Kürbisse, die ich je gesehen hatte. Wir erreichten das große Eingangsportal und betraten das Schloss. In der Eingangshalle kamen uns ein paar wenige Schüler entgegen, die zum Frühstück gingen. Wir blieben stehen, da wir keine Ahnung hatten, wohin wir mussten. Ein rothaariger Junge, etwa in meinem Alter, kam zu uns: “Kann ich euch helfen?”
“Ja.”, antwortete ich mit einem höflichen Lächeln, “Wir wollen zu Professor Dumbledore. Wie kommen wir zu seinem Büro?”
“Ich kann euch hin bringen.”, bot der Junge an. Ich nahm das Angebot mit einem Nicken an und wir liefen los. “Ich bin übrigens Charlie Weasley.”, Stellte er sich vor. Ich lächelte: “Fenya Nordström.”
Dann deutete ich auf Björn, der ein paar Meter hinter uns lief: “Das ist Mister Blomqvist.”
“Wir sind da.”, informierte Charlie uns ein paar Sekunden später. Wir standen in einem verlassenen Gang vor einem Wasserspeier. “Schokofroschkarte.”, sagte Charlie an den Wasserspeier gewandt, der eine Treppe freigab. “Die Treppe hoch ist Dumbledores Büro.”, erklärte Charlie, “Ich gehe dann mal zum Frühstück. Man siehts sich, Fenya.”
“Bis dann.”, sagte ich und sah ihm ein paar Wimpernschläge lang nach, als er ging. “Na komm.”, sagte Björn und und ging vor. Ich folgte ihm die Treppe nach oben vor eine dunkle Holztür, an die Björn klopfte. Fast sofort ertönte eine Stimme von innen “Herein.”
Björn öffnete die Tür und betrat, gefolgt von mir, das Büro. Hinter einem großen Schreibtisch saß ein alter Zauberer mit langen, silberweißen Haaren und Bart. Er begrüßte uns mit einem freundlichen Lächeln: “Fenya, es freut mich, dich am Hogwarts begrüßen zu dürfen.”
Ich erwiderte das Lächeln: “Vielen Dank, Professor Dumbledore.”
“Dein Vater hatte keine Zeit, dich zu begleiten?”, fragte Dumbledore freundlich. Ich verzog leicht das Gesicht: “Er hatte keine Lust.”
Dumbledores Lächeln erstarb und er nickte leicht. Dann deutete er auf Björn: “Wer sind Sie, wenn ich fragen darf?”
“Tut mir leid, ich habe vergessen, mich vorzustellen. Wie unhöflich von mir.”, sagte Björn, während er neben mich trat, “Ich bin Björn Blomqvist. Fenyas Bodyguard.”
Dumbledore runzelte leicht die Stirn: “Sie wollen das alles sicher nicht an die große Glocke hängen.”
“Nein.”, antwortete Björn. “Ich schlage vor, Sie unterrichten Verteidigung gegen die Dunklen Künste hier.”, sagte Dumbledore, “So können sie Fenya unauffällig im Auge behalten. Ich würde Sie auch bezahlen.”
Björn sah zu mir. Ich zuckte mit den Schultern: “Es ist eine gute Idee. Was meinst du Björn?”
Er lächelte leicht: “Gut, dann machen wir das so.”
Ich grinste: “Sehr schön, Professor Blomqvist.”
Dumbledore lächelte: “Fenya, du wirst jetzt noch in eines unserer vier Häuser eingeteilt. Jedes hat seine eigenen Fähigkeiten. Weißt du darüber Bescheid?”
Ich nickte: “Ich habe mich auf dem Weg von Schweden nach hier etwas informiert.”
Dumbledore nickte wohlwollend, erhob sich und reichte mir einen alten Hut vom Schrank: “Einfach aufsetzen.”
Ich setzte mir den Hut auf den Kopf und erschrak, als er zu sprechen begann: “Keine Hufflepuff. Slytherin auch nicht, hm? Gryffindor würde passen. Aber noch besser ist Ravenclaw!”
Das letzte Wort hatte er wohl laut ausgesprochen, denn Dumbledore applaudierte. Ich nahm den Hut vom Kopf und gab ihn zurück. Dumbledore lächelte: “Sehr schön. Ich denke, nun ist alles geklärt. Draußen wartet unser Schulsprecher Bill Weasley auf dich, Fenya. Er wird dir die Schule zeigen und deinen Stundenplan geben. Dein Koffer befindet sich bereits in deinem Schlafsaal.”
“Danke, Professor.”, sagte ich und verließ das Büro. Vor der Tür wartete ein Junge mit langen, roten Haaren auf mich. Er streckte mir eine Hand entgegen, als er mich sah: “Hi, ich bin Bill.”
“Fenya.”, antwortete ich lächelnd. “Erstmal: Herzlich Willkommen in Hogwarts.”, sagte er, “Komm, ich zeige dir die Schule.”
Zusammen liefen wir los.
