Mary Elizabeth O’Sullivan | 3. Smaragdgrün

Professor McGonnagall klopfte an Dumbledores Bürotür. Die Stimme eines älteren Mannes bat uns herein. McGonnagall öffnete die Tür und wir traten ein. Dumbledore saß hinter seinem Schreibtisch. Er lächelte uns höflich an, doch sein Blick, der auf mir lag, war misstrauisch. Intuitiv okkludierte ich mich. “Herzlich Willkommen auf Hogwarts.”, begrüßte Dumbledore mich. Ich setzte ein freundliches, fröhliches Lächeln auf: “Vielen Dank. Ich freue mich sehr, hier zu sein. Ich habe schon viel über Hogwarts gehört und war sehr gespannt.”
Dumbledore hatte seinen Gesichtsausdruck nicht ganz unter Kontrolle. Kurz huschte ein Schatten über sein Gesicht. Ich ahne nichts Gutes. Vermutlich wusste er, wer ich war. Hoffentlich wusste er nichts von Draco Auftrag, das würde für mich nur ein paar Komplikationen bringen. “Ist es für dich in Ordnung, wenn wir dich in der großen Halle einteilen?”, fragte Dumbledore. Einteilen? Für was? Ich lächelte strahlend: “Natürlich, Professor.”
Dumbledore nickte zufrieden. McGonnagall nahm einen alten Hut aus dem Schrank. Zusammen mit den beiden Professoren verließ ich das Büro. Mit einer schnellen Handbewegung öffnete Dumbledore sie. “Guten Abend.”, sagte er, während er zwischen zwei Tischreihen entlanglief. Ich folgte ihm mit ein paar Schritten Abstand. Die meisten Blicke der Anwesenden lagen auf mir. Professor McGonnagall begleitete uns nicht in die Halle. Sie ging in die andere Richtung. “Bevor wir die neuen Erstklässler den Häusern zuteilen, haben wir noch einen weiteren Neuzugang.”, verkündete Dumbledore, “Begrüßt bitte Mary Elizabeth O’Sullivan.”

Dumbledores Sicht: 
In der Halle brandete Applaus auf. Ich beobachtete Mary. Sie beherrschte Okklumentik. Das war kein gutes Zeichen. Hatte sie Tom schon kennengelernt? Vermutlich. Sie erinnerte mich an ihn. Ich würde wachsam sein müssen.

Marys Sicht: 
Dumbledore reichte mir den alten Hut, den Professor McGonnagall aus seinem Büro mitgenommen hatte. Ich setzte ihn mir auf den Kopf. “Ah, eine Nachfahrin  von Salazar Slytherin.”, murmelte der Hut in meinem Kopf, “Ich hätte auch Ravenclaw in Betracht gezogen, aber unter den gegebenen Umständen denke ich, dass Slytherin am Besten ist. SLYTHERIN!”
Ich nahm den Hut von meinem Kopf und gab ihn Dumbledore zurück. Der Tisch mit den smaragdgrünen Bannern applaudierte laut. Ich ging zu ihnen und setzte mich gegenüber von Draco zwischen zwei andere Jungs. “Miss O’Sullivan wird in die sechste Klasse gehen.”, erklärte Dumbledore noch, “Jetzt teilen wir erst einmal die neuen Erstklässler ein.”
Die große Flügeltür ging auf und Professor McGonnagall betrat an der Spitze einiger eingeschüchtert aussehender Erstklässler die Halle. Die Auswahl zog sich in die Länge und langweilte mich sehr. Als das Essen endlich erschien, war ich erleichtert. “Mary.”, sagte der Junge rechts von mir langsam, “Schöner Name. Genauso schön wie du.”
Ich drehte mich spöttisch zu ihm: “Und du bist?”
Er grinste anzüglich: “Der Mann deiner Träume.”
Innerlich verdrehte ich die Augen. Was ein Aufreißer. Mit etwas Legilimentik fand ich seinen Namen schnell heraus. Ich lächelte ihn gespielt begeistert an und beugte mich leicht zu ihm vor: “Träum weiter, Blaise Zabini.”
Er starrte mich fassungslos an: “Aber… woher…?”
Ich zuckte nur mit den Schultern und wandte mich wieder meinem Essen zu. Der Junge links von mir lachte laut über Blaises Gesichtsausdruck und klatschte sich mit dem Jungen ihm gegenüber ab. Ich sah den Jungen neben mir fragend an. Er grinste: “Du bist das erste Mädchen, das Blaise einen Korb gegeben hat.”
Ich sah ihn ungläubig an: “Echt jetzt?”
“Ja.”, antwortete der Junge schräg gegenüber lachend. “Ich bin übrigens Theodore Nott.”, stellte sich der Junge neben mir mit einem charmanten Lächeln vor, “Aber alle nennen mich Theo.”
“Marcus Flint.”, sagte der Junge schräg gegenüber. Ich lächelte kühl: “Mary. Aber das wisst ihr ja schon.”
Die beiden nickten. “Wie kommt es, dass du erst dieses Jahr nach Hogwarts kommst?”, fragte Theo neugierig. “Ich bin erst diesen Sommer aus Irland her gezogen.”, erklärte ich, “Vorher wurde ich zu Hause unterrichtet.”
Langsam neigte sich das Essen dem Ende zu. Nach und nach verließen die Schüler die Halle, um zu Bett zu gehen, denn morgen war Unterricht.

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