“Sie können sich neben Mister Malfoy setzen.”, ordnete Snape an. Ich nickte nur und ging zu dem mir zugewiesenen Platz. Draco Malfoy funkelte mich mit seinen sturmgrauen Augen wütend an, als ich mich setzte. Dieser Idiot! Snape wartete genervt, bis endlich alle Schüler auf ihren Plätzen saßen. Dann begann er mit dem Unterricht. “Heute lernen wir einen mächtigen Schutzzauber.”, kündigte er an, “Protego Diabolica. Wer weiß etwas darüber?”
Ich hob als Einzige die Hand. Selbst die Ravenclaws, die mir als Streber beschrieben worden waren, wussten nichts. “Miss O’Sullivan.”, rief Snape mich auf. “Wie Sie schon sagten, Protego Diabolica ist einer der mächtigsten Schutzzauber, die es gibt.”, erzählte ich, “Es ist ein Schutzring aus Feuer, das nur den Feinden des Zauberers oder der Hexe, die ihn erschuf, etwas antut.”
“Sehr schön.”, lobte Snape widerwillig, “Fünf Punkte für Slytherin.”
Zwei Slytherins hinter mir klatschten sich ab. Snape redete weiter, aber ich hörte nicht mehr zu. Dieser Unterricht war so langweilig. Ich war schon weiter gewesen bei meinem Privatunterricht. “Miss O’Sullivan.”, unterbrach Snape meine Gedanken, “Für Sie scheint das alles nur Wiederholung zu sein. Wollen Sie uns den Zauber einmal vorführen?”
Ich ließ mir meine Wut nicht anmerken. Wie konnte er es wagen? “Aber natürlich, Professor.”, antwortete ich stattdessen mit einem freundlichen Lächeln. Ich stand auf und ging nach vorne. Snape trat mit einem leicht verunsicherten Blick zur Seite. Ich hob meinen Zauberstab und murmelte: “Protego Diabolica.”
Schwarze Flammen schossen aus meinem Zauberstab und bildeten einen Kreis um mich. Die Klasse begann überrascht zu tuscheln. Snape schwieg. Besser für ihn. Ich warf ihm einen triumphierenden Blick zu. Dann ließ ich die Flammen verschwinden und ging ohne ein weiteres Wort zurück zu meinem Platz. Snape machte mit dem Unterricht weiter, als wäre nichts passiert. Ich wartete gelangweilt auf das Ende der Stunde. Vor der Tür warten Theo und Blaise auf mich. Theo lachte: “Das war voll gut. Snape war sprachlos! Woher kannst du den Zauber?”
Ich lächelte geheimnisvoll: “Wer weiß.”
“Scharf.”, meinte Blaise grinsend. Ich lächelte kühl, sagte aber nichts. “Kommt, wir gehen zu Zaubertränke.”, schlug Theo vor. Blaise und ich nickten und zusammen gingen wir in den Kerker. Professor Slughorn und die Gryffindors warteten schon auf uns. Wir setzten uns auf ein paar Plätze weiter hinten. Slughorn startete den Unterricht. Als erstes fragte er, welche Zaubertränke sich in den Kesseln befanden, die er aufgestellt hatte. Er nahm ein Mädchen aus Gryffindor dran. Gelangweilt hörte ich zu, während sie die verschiedenen Zaubertränke beschrieb. Sie bekam zehn Punkte für ihr Haus. “Heute brauen wir den Trank des Lebenden Todes.”, verkündete Slughorn, derjenige, der den besten Trank braut, bekommt diese Phiole Felix Felicis.”
Die Klasse begann aufgeregt zu flüstern. “Sucht jetzt eure Zutaten zusammen.”, ordnete Slughorn an, “Die Zeit läuft.”
Alle standen auf und begannen mit dem Trank. Ich unterdrückte ein Gähnen. Das war ja so langweilig! Würde das jetzt in jedem Fach so sein? Ich braute meinen Trank, ohne mir viel Mühe zu machen. Schließlich brauchte ich das Felix Felicis nicht. Ich würde meine Ziele durch Können, nicht mit Glück erreichen.
“Die Zeit ist um!”, rief Slughorn irgendwann. Er ging rum und testete die Tränke. “Sehr gut!”, rief er begeistert, als er bei meinem Trank ankam, “Kommen Sie doch zu meinem Abendessen am Freitag, Miss…”
“O’Sullivan.”, sagte ich lächelnd, “Vielen Dank für die Einladung, Professor. Ich komme gerne.”
Innerlich verdrehte ich genervt die Augen. So ein Schleimer. Aber es war immer gut, den Lehrern zu gefallen. Professor Slughorn ging weiter und prüfte die restlichen Tränke. Bei Harry Potter konnte er sich vor Begeisterung kaum halten. “Perfekt! Absolut perfekt!”, rief er begeistert. Auch Potter wurde zu dem Abendessen eingeladen. Und Slughorn übergab ihm die Phiole mit dem Felix Felicis. Dann durften wir gehen.

