Ich stand vor dem Spiegel und starrte mein Spiegelbild an. Kaum zu glauben, dass das tatsächlich ich war! Meine Zimmertür schwang auf und Narzissa betrat den Raum. “Mary!”, flüsterte sie überwältigt, “Du siehst unglaublich aus.”
“Danke.”, sagte ich lächelnd und drehte mich wieder zu Spiegel. In dem weißen Kleid und mit den hochgesteckten Haaren fühlte ich mich ein bisschen wie eine Prinzessin. “Es wird Zeit.”, sagte Narzissa sanft. Ich atmete einmal tief durch, dann nickte ich. Ja, ich war bereit.
Dracos Sicht.
Ich stand im Zelt auf der Wiese, auf der ich ihr den Antrag gemacht hatte. Neben mir stand mein Trauzeuge und bester Freund Blaise Zabini. Schräg hinter mir stand der Beamte, der uns trauen würde und ein paar Meter entfernt stand Marys Trauzeugin Astoria Greengrass. Vor uns befanden sich Reihen von Stühlen, auf denen unsere Gäste saßen. Wir alle warteten auf Mary. In der ersten Reihe saß meine Mutter. Sie weinte jetzt schon. Plötzlich erklang eine Melodie und Mary betrat das Zelt. Sie war wunderschön in ihrem weißen Kleid. Ihre roten Haare waren hochgesteckt und ein paar weiße Blumen waren hineingearbeitet. Mary trat neben mich und wir wandten uns einander zu. Der Beamte begann zu sprechen, doch ich hörte nicht zu. Meine ganze Aufmerksamkeit lag auf Mary. Sie sah aus ihren leuchtenden, silbergrauen Augen zu mir hoch. “Draco Lucius Malfoy, wollen Sie die hier anwesende Mary Elizabeth O’Sullivan zu ihrer rechtlich angerauten Ehefrau nehmen?”, drang die Stimme des Beamten nun doch zu mir durch. Ich wandte den Blick nicht von Mary ab: “Ja, ich will.”
Der Beamte wiederholte die Frage bei Mary. Sie lächelte: “Ja, ich will.”
“Dann dürfen Sie die Braut jetzt küssen.”, verkündete der Beamte.
Marys Sicht:
Ein freches Grinsen umspielte Dracos Mundwinkel, bevor er sich zu mir beugte und mich küsste. Unsere Gäste, Blaise, Astoria und der Beamte applaudierten. Draco und ich tauschten die Ringe und jetzt weinten noch ein paar mehr Gäste, als Narzissa. Der Beamte verabschiedete sich höflich, um zu seinem nächsten Termin zu fahren. Musik begann zu spielen. Draco verbeugte sich vor mir: “Darf ich um diesen Tanz bitten, Prinzessin?”
Ich musste grinsen bei dem Spitznamen: “Mit Vergnügen, mein Prinz.”
Jetzt musste auch Draco lachen. Er nahm meine Hand und wir traten aus dem Zelt. Draußen begannen wir zu tanzen. Nach und nach folgten uns auch andere Paare. Doch sie hielten Abstand von uns, was mich etwas verwirrte. Dann begriff ich es. Aus dem Nichts regnete plötzlich rosarote Blütenblätter auf uns herab. “Wow.”, hauchte ich begeistert und sah fassungslos nach oben in den strahlend blauen Himmel. “Gefällt es dir?”, fragte Draco sanft und griff nach meiner Hand. Ich lachte fassungslos: “Es ist toll.”
Wir hatten aufgehört zu tanzen und standen jetzt Händchen haltend, dicht nebeneinander im Blütenregen. Außerhalb der Blüten hörten wir unsere Gäste reden und lachen. Doch die Geräusche kamen nicht richtig bei uns an. Wir waren beide in den Augen des jeweils anderen versunken. “Ich liebe dich.”, sagte Draco, dann beugte er sich vor und wir küssten uns.

