Dracos Sicht:
Mary trat in einem schattenschwarzen Kleid in den Eingangssalon. Ich trat zu ihr: “Bist du dir wirklich sicher, Liebling?”
“Ja.”, antwortete sie mir fest, “Ja, ich bin mir sicher.”
Es klang, als würde sie sich selbst überzeugen, doch ich ging nicht darauf ein. “Gut.”, meinte ich nur, legte eine Hand auf ihre Wange und küsste sie, “Pass auf dich auf.”
Sie nickte nur: “Bis später.”
Marys Sicht:
“Bleiben Sie dicht hier mir.”, befahl mir der Auror, der vor mir flog. Ich beschleunigte meinen Besen etwas. Plötzlich tauchte Askaban aus dem Nebel auf. Ich schauderte und verschloss automatisch meinen Geist. Wir landeten vor einer kleinen Eisentür und lehnten unsere Besen an die graue Betonwand. Mit den drei Auroren, die mich begleiteten, berat ich durch die kleine Tür das Hochsicherheitsgefängnis der Zauberer. Die drei Auroren beschworen ihre Patroni herauf und nahmen mich in ihre Mitte. Mit der Zeit, die wir durch Askaban liefen, kam die Erleichterung. Zum Glück war Percy gekommen, um mich zu verteidigen, sonst säße ich auch hier. Und würde vermutlich verrückt werden. Leicht verstört beobachtete ich einen alten Zauberer, der in einer der Zellen saß und mit halb geschlossenen Augen unzusammenhängende Worte vor sich hin murmelte. Schließlich blieben wir vor einer der Zellen stehen. Darin saß mein Vater und blickte mit ausdrucksloser Miene zu mir hoch. “Hallo Dad.”, sagte ich zögernd. Sein Blick blieb starr: “Mary.”
Die zwei Auroren zogen sich mit zwei Patroni zurück. Der dritte Patronus, ein Biber, blieb bei mir. Mein Vater stand vom Boden auf und stellte sich vor die Gitterstäbe: “Warum bist du hier, Mary?”
Gute Frage. Warum war ich hier? Ich wusste es nicht genau. “Wie geht es dir?”, lenkte ich ab. Mein Vater seufzte: “Das kannst du dir doch denken.”
Ich nickte. “Du wurdest also freigesprochen.”, es war eine Feststellung, keine Frage. Trotzdem antwortete ich: “Ja.”
Mein Vater tat etwas, mit dem ich niemals gerechnet hätte. Er lächelte: “Das erleichtert mich. Ich hätte nicht gewollt, dass du den Rest deines Lebens hier verbringst.”
Ich starrte ihn fassungslos an. Konnte es wirklich sein, dass ich meinen Vater mein ganzes eLeben lang falsch eingeschätzt hatte? “Danke?”, antwortete ich noch immer leicht verwirrt. Mein Vater nickte nur. Wir schwiegen ein paar Augenblicke lang. “Ich bin verlobt.”, informierte ich ihn schließlich. “Herzlichen Glückwunsch.”, sagte mein Vater lächelnd, “Darf ich fragen mit wem?”
“Draco Malfoy.”, antwortete ich und bei seinem Lächeln schlich sich automatisch ein Lächeln auf mein Gesicht. “Das freut mich für dich.”, meinte mein Vater ehrlich, “Ich hoffe, du wirst glücklich.”
“Danke, Dad.”, sagte ich mit einem traurigen Lächeln, “Ich wünschte, ich könnte dich hier rausholen.”
Mein Vater schüttelte sofort den Kopf: “Nein, es ist richtig so.”
“Miss O’Sullivan?”, fragte einer der Auroren, die gerade hinter mich traten, “Wir müssen jetzt gehen.”
“Mary?”, hielt mein Vater mich noch kurz zurück, “Es tut mir leid.”
“Auf Wiedersehen, Dad.”, verabschiedete ich mit einem traurigen Lächeln, “Ich werde dich nie vergessen.”
Er erwiderte mein Lächeln. Dann drehte ich mich um und verließ mit den drei Auroren das Hochsicherheitsgefängnis.

