„Heilerin Summer!“, John stürzte auf mich zu. Er war sehr blass und seine Augen waren vor Schreck geweitet. „John! Was ist passiert?“, fragte ich sofort, „Ich wollte gerade Schluss machen.“
„Notfall!“, keuchte John, „So viel Blut…“
Ich sah ihn einen Moment entgeistert an, dann rannte ich los. In der Notfallstation war es voll. Überall rannten Heiler und Helfer herum. Es musste wirklich schlimm sein. „Was ist los?“, fragte ich, doch niemand antwortete mir. Ich kämpfte mich zu dem Verletzten durch und schnappte entsetzt nach Luft: „Athur!“
Athur Weasley lag auf einer Liege. Er war blutüberströmt. Warum tat hier denn niemand, was zu tun war? „Wir brauchen einen Blut bildenden Trank. Schnell!“, ordnete ich laut an, „Und Verbände. So viele wie möglich.“
Ein paar Heiler und Helfer rannten los, um die benötigten Utensilien zu besorgen. Alle wirkten irgendwie erleichtert darüber, dass ihnen jemand sagte, was zu tun war. Schon kamen die Heiler und Helfer mit dem Trank und dem Verbandszeug zurück. „Ihr da, verbindet seine Wunden.“, wies ich zwei Heilerinnen an, „Und ihr zwei, gebt ihm den Trank.“
Die Heiler machten sich sofort an die Arbeit. Eine Helferin kam zu mir: „Heilerin Summer, Athur Weasleys Frau Molly Weasley ist draußen und fragte nach der Leiterin dieser Abteilung.“
Ich starrte sie an. Seit wann leitete ich denn die Behandlung? Egal. Ich nickte der Helferin kurz zu: „Ich überprüfe nur noch einmal kurz seine Werte.“
Die Helferin nickte und verschwand. Ich untersuchte Athur kurz und war erleichtert. Dann machte ich mich auf den weg zu Molly. Sie sprang sofort auf, als sie mich sah: „Emily! Ich wusste ja gar nicht, dass du die Untersuchung leitest. Wie geht es ihm?“
Ich lächelte sie leicht und erschöpft an: „Er wird es schaffen.“
Sie fiel mir so heftig um den Hals, dass ich taumelte. „Du bist sicher erschöpft.“, sagte Molly und musterte mich, „Was hältst du davon, wenn du mich zum Grimmauld-Platz begleitest?“
Ich nickte dankbar: „Gerne Molly. Ich gehe nur noch einmal schnell nach Athur sehen.“
Sie nickte lächelnd: „Ich warte unten auf dich.“
Nachdem ich mich davon überzeugt hatte, dass es Arthur den Umständen entsprechend gut ging, lief ich nach unten, wo ich Molly traf. Zusammen apparierten wir zum Grimmauld-Platz. Als wir in die Küche traten, schossen sofort die Köpfe sämtlicher Anwesender zu uns. „Er wird durchkommen.“, sagte Molly und Erleichterung machte sich breit. Sirius stand auf: „Ich mache Frühstück.“
In diesem Moment fasste ich einen Entschluss. „Ich helfe dir Sirius.“, sagte ich lächelnd, „Aber kannst du mir vorher vielleicht noch etwas andres zum Anziehen leihen?“
Ich deutete auf meinen blutbespritzten Heilerkittel. Sirius sah mich mit offenem Mund an, dann lächelte ich glücklich: „Klar, komm mit.“
Er führte mich in sein Zimmer, wo er mir eine Jeans und einen dunkelroten Pullover reichte. „Emily, das von damals tut mir sehr leid. Ich wollte das nicht.“, sagte Sirius, „Ich glaube, ich habe Azkaban nur überlebt, weil ich an dich gedacht habe.“
Seine Worte rührten mich, dennoch sah ich ihn warnend an: „Ich habe dir eine zweite Chance gegeben, Sirius, eine dritte wirst du nicht bekommen.“
ich drehte mich um und verließ Sirius‘ Zimmer, um mich im Bad umzuziehen.
Sirius‘ Sicht:
Ich habe die eine zweite Chance gegeben, Sirius, eine dritte wirst du nicht bekommen., ihre Worte spukten in meinem Kopf herum. Doch ich würde keine dritte Chance brauchen. Ich würde sie nicht noch einmal verletzen. Niemals!
Emilys Sicht:
Als ich wieder aus dem Bad kam, wartete Sirius vor der Tür. „Machst du das immer so?“, fragte ich stirnrunzelnd, „Frauen vor Badezimmertüren auflauern?“
„Und wenn es so wäre?“, fragte Sirius mit funkelnden Augen. Er trat einen Schritt näher. Ich sah ihm fest in die Augen: „Sirius, ich habe dir verziehen, aber ich weiß noch nicht, ob das mit dir und mir…“
Ich sah die Enntäuschung und Trauer in seinen Augen, dennoch lächelte er.
Sirius‘ Sicht:
Hatte ich sie für immer verloren? Wegen eines dummen Fehlers?
Emilys Sicht:
In den nächsten Wochen schmückten wir das Haus weihnachtlich. Gelegentlich schauten auch Remus und Tonks rein. An Weihnachten wurde Athur endlich wieder entlassen. Darüber freuten wir uns alle riesig. Hermine war Mittlerweile auch angereist. Die Stimmung war ausgelassen und fröhlich. Selbst Kreacher konnte daran nichts ändern. Remus freute sich darüber, dass ich Sirius eine zweite Chance gegeben hatte. Ich bekam so viele Geschenke, wie noch nie. Das schönste war eine Kette mit einem vergoldeten Pfotenabdruck. Es stand kein Name daran, aber ich wusste, dass es von Sirius war. Es war schade, als Fred, George, Ginny, Ron, Harry und Hermine nach Hogwarts zurück mussten. Auch meine Ferien gingen zu Ende, St. Mungo wartete auf mich.
