“Fleur!”, rief ich halb genervt, halb lachend, “Jetzt beruhige dich mal. Du siehst toll aus. Und das wird Bill auch finden.”
“Aber was, wenn ich stolpere oder so etwas?”, fragte Fleur leicht panisch.
“Wenn das passieren sollte, was ich nicht denke, dann wird Bill dich auffangen und du wirst lachen.”, erklärte ich dir. Fleur sah mich zweifelnd an. Ich verdrehte leicht die Augen: “Das werden dann alle total süß finden.”
“Okay.”, sagte Fleur und sammelte sich, “Danke Maëlle. Du bist die Beste.”
Sie umarmte mich und ging schnellen Schrittes aus dem Raum. Ich seufzte und sah ihr lächelnd hinterher.
Ich saß an einem kleinen Tisch und beobachtete die Leute auf der Tanzfläche. Fleur und Bill wirkten, als hätten sie nie etwas anderes getan. Am meisten Aufmerksamkeit erregten aber Luna und Ginny, die beide alleine und mit seltsamen Bewegungen tanzten. Plötzlich schob sich eine Hand in mein Blickfeld. Ich sah auf in Georges Gesicht. Er lächelte mich an: “Wollen wir tanzen?”
Ich lächelte zurück: “Gerne.”
Wir machten ein paar Schritte in Richtung Tanzfläche. Dann ließ ein Patronus uns und auch alle anderen innehalten. Es war ein Luchs und er sprach mit Shacklebolts Stimme: “Der Minister ist tot. Sie kommen.”
Der Patrons löste sich auf und einen Moment bleiben alle wie eingefroren stehen. Dann brach Chaos aus. Vermummte Gestalten tauchten aus dem Nichts auf. Viele der Gäste disapparierten. George und ich zogen unsere Zauberstäbe. “Bleib immer in meiner Nähe.”, bat George. Ich nickte und wir stürzten uns gemeinsam in den Kampf. Schon bald merkten wir, dass uns die Todesser überlegen waren. George fluchte leise, nahm meine Hand und apparierte mit mir.
Noëls Sicht:
“Dad!”, schrie ich meinem Vater durch den Lärm zu, “Wo ist Maëlle?”
“Keine Ahnung.”, rief er zurück, “Ich glaube, sie ist vorhin schon mit jemandem disappariert. Na komm, wir müssen weg.”
Ich hörte auf ihn und wir apparierten.
Maëlles Sicht:
Ich sah mich um. Wir standen in einer kleinen, gemütlich eingerichteten Wohnung. “Wo sind wir?”, fragte ich George und konnte nicht verhindern, dass meine Stimme leicht ängstlich klang. George sah mich lächelnd an: “In Freds und meiner Wohnung über unserem Laden in der Winkelgasse.”
In diesem Moment apparierte Fred mitten in den Raum. Wenn man vom Teufel sprach. “Es geht allen gut.”, verkündete er, “Die Todesser sind verschwunden, nachdem die meisten Hochzeitsgäste geflohen sind.”
George atmete erleichtert aus. “Ich habe Maëlle mitgebracht.”, sagte er dann, “Maëlle, ich glaube, es ist am besten, wenn du erstmal hier bleibst. Du kannst das Gästezimmer haben.”
“Danke.”, sagte ich lächelnd. Fred nickte nur. George zeigte mir das Gästezimmer. Dann musterte er mich: “Du solltest dich umziehen.”
Er hatte recht, ich trug noch mein Abendkleid. Ich sah ihn ratlos an: “Ich habe nichts dabei.”
“Ah ja.”, bemerkte George, “Ich kann deine Sachen morgen aus dem Fuchsbau holen. und für heute kann ich dir was leihen. “Das wäre nett, danke.”, ich lächelte ihn dankbar an. George verschwand und kam wenig später mit einer Jogginghose und einem Pullover zurück. “Ich gehe mich auch noch schnell umziehen. Wir treffen uns dann alle in der Küche zum Kochen.”, informierte George mich. Ich nickte: “Okay, bis gleich.”
George nickte und verließ mein Zimmer. Ich zog mich schnell um und ging dann in die Küche, wo Fred schon wartete. Er musterte mich fragend. Ich lachte: “Das sind Sachen von George. Er hat sie mir geliehen, weil meine noch im Fuchsbau sind.”
Fred grinste. “Na gut komm, wir fangen schon mal an.”, beschloss er schließlich, “Was hält du von Fish and Chips?”
“Sehr originell.”, neckte ich ihn, “Aber können wir natürlich gerne machen.”
Als wir gerade anfangen wollten kam George in die Küche. Mit viel Mühe und Zauberei stand eine halbe Stunde später das fertige Essen auf dem Tisch.
Ich betrat den Laden, der schon voller Leute war und suchte nach Fred. Ich fand ihn im Lager, wo er eines der Regale einräumte. “Guten Morgen Fred.”, begrüßte ich ihn. “Oh, hi Maëlle.”, antwortete er, “Was machst dude denn hier?”
“Ich habe dich gesucht.”, erklärte ich, “Ich würde gerne im Laden mithelfen.”
“Okay.”, sagte Fred nur und warf mir im nächsten Moment einen violetten Umhang zu, “Hier, den musst du anziehen. Und dann kannst du diese Kiste vorne im Laden einsortieren.”
Ich nickte und streifte mir den Umhang über. Dann nahm ich mit die Kiste und ging nach vorne in den Laden. Dort war es sehr viel lauter als im Lager. Allerdings war der Laden nicht mehr ganz so voll wie vor 20 Minuten. Ein paar Mädchen standen bei den Liebestränken und irgendjemand hatte zwei Feuerwerkskörper gezündet. Sie flogen kreuz und quer durch den Laden und sprühten bunte Funken. Ich suchte nach dem richtigen Regal. Es war in der hinteren Ecke des Ladens, wo nicht ganz so viel los war. Ich begann damit, die Kiste auszuräumen. Doch ans oberste Regal kam ich nicht dran. Genervt versuchte ich es erneut. Plötzlich spürte ich, wie jemand hinter mich trat, mir die Tipps für Streiche-Bücher aus der Hand nahm und sie in das Regal stellte. Ich drehte mich um. Es war George. Natürlich. Er trat wieder einen Schritt von mir weg und grinste mich frech an. “Danke.”, sagte ich lächelnd, bemüht, mir die Unsicherheit, die er in mir auslöste, nicht anmerken zu lassen.
Das Abendessen machten wir wieder alle zusammen. Heute gab es Kürbissuppe. Wir setzten uns an den Tisch und begannen mit dem Essen. Ich griff nach dem Salzstreuer. George hatte wohl die gleiche Idee gehabt. Unsere Hände berührten sich und wir zuckten zurück, als hätten wir uns verbrannt. Fred sah zwischen uns hin und her. Ich senkte den Blick auf meine Schüssel und spürte, wie ich rot wurde. Nach dem Essen verschwand ich schnell in mein Zimmer.
Georges Sicht:
Ich sah Maëlle einige Sekunden nach, dann schaute ich wieder zu Fred, der mich mit zusammengekniffenen Augen musterte. Ich sah ihn fragend an: “Was?”
“Was läuft da zwischen euch?”, fragte er und im nächsten Moment grinste er mich breit an, “Du bist in sie verliebt.”
Ich verdrehte lachend die Augen: “Ja, schon. Aber ich weiß nicht, was sie fühlt.”
Jetzt war es an Fred, die Augen zu verdrehen. “Frag sie doch einfach.”, schlug er vor, “Ich bin mir sicher, sie mag dich auch.”
“Ja okay.”, sagte ich und stand auf, “Dann rede ich jetzt mit ihr.”
“Viel Spaß.”, flötete Fred lachend und ich warf ih einen gespielt bösen Blick zu.
Maëlles Sicht:
Es klopfte an meiner Zimmertür. “Herein.”, sagte ich überrascht. George betrat mein Zimmer und schloss die Tür hinter sich. Schweigend sah er sich im Zimmer um. Ich hatte keine persönlichen Gegenstände, nur mein Koffer stand am Bettende. George musterte mich unsicher: “Ich muss dir was sagen.”
Ich lächelte ihn fragend an: “Klar. Was denn?”
“Ich habe…”, fing George an, brach aber ab. einige Sekunden später lief er wieder aus dem Zimmer. Ich sah ihm erst verdutzt hinterher, dann lief ich ihm nach.
Freds Sicht:
George kam in die Küche gestürmt. “Was ist passiert?”, fragte ich sofort nach. “Ich kann das nicht!”, keuchte er, “Maëlle ist so…”
Die Tür unterbrach ihn. Maëlle betrat die Küche. “George! Was wolltest du mir sagen?”, fragte sie, “Du weißt, du kannst mit vertrauen oder?”
“Ja, natürlich.”, versicherte George sofort. Ich beschloss, die beiden alleine zu lassen. Leise verließ ich die Küche.
Maëlles Sicht:
Ich verschränkte die Arme vor der Brust: “Also? Was wolltest du mir sagen?”
George schüttelte den Kopf und seufzte. Dann wart er einen Schritt auf mich zu und küsste mich. Ich war überrascht, erwiderte den Kuss aber. Es fühlte sich richtig an. “Ich liebe dich.”, sagte George, als wir uns wieder voneinander lösten. “Ich dich auch.”, flüsterte ich und wir küssten uns erneut.

