„Maëlle!“, rief eine Stimme hinter mir. Ich drehte mich um und umarmte Ginny, die eben nach mir gerufen hatte. „Wie waren deine Weihnachtsferien?“, fragte sie. „Ganz gut.“, antwortete ich, „Und deine? Wie geht es deinem Dad?“
„Meine Ferien waren super. Dad geht es fast wieder gut. Er ist zu Hause.“, erzählte sie, „Schau mal, da kommt Luna.“
Ich sah in die Richtung, in die sie gedeutet hatte und entdeckte Luna, die sich durch die Menge kämpfte. Als sie bei uns ankam, umarmte sie uns. „Bis später.“, verabschiedete Ginny sich, „Wir sehen uns in Zaubertränke.“
Und schon verschwand sie in der Menge. Luna und ich kämpften uns durch das Gedränge zum Ravenclaw-Tisch. Nach dem Frühstück gingen wir in die Kerker, wo der Zaubertrankunterricht stattfand. Nachdem Snape die Tür aufgeschlossen hatte, setzten wir uns an unsere Plätze. Ginny kam gerade noch rechtzeitig. Genervt ließ sie sich auf den Platz neben mich fallen. „Michael hat schon wieder mit einer anderen geflirtet.“, seufzte sie, „Ich frage mich, warum er überhaupt mit mir zusammen ist.“
„Ach Ginny.“, sagte ich sanft, „Warum flirtest du dann nicht auch mal mit anderen Jungs?“
„Miss Weasley.“, schnarrte Snape, „Wenn Sie Ihren persönlichen Kram bitte bis zum Unterrichtende für sich behalten könnten? Fünf Punkte Abzug für Gryffindor. Schön, dann beginnen wir jetzt mit dem Unterricht.“
Ginny starrte Snape wütend an: „Fünf Punkte? Das ist nicht sein Ernst!“
„Psst!“, zischte Luna, „Sonst werden es noch mehr.“
Ginny und ich grinsten uns an und konzentrierten uns dann auf den Unterricht.
„Hey Maëlle.“, sagte eine Stimme hinter uns, „Hi Luna.“
Wir drehten uns um. Ich lächelte: „Hi, äh…“
„George.“, sagte er grinsend. Ich lachte: „Ja, sorry. Hi George.“
Er beugte sich ein Stück vor und flüsterte: „Nächstes Wochenende dürfen wir nach Hogsmead. Kommt um 16 Uhr zum Eberkopf.“
„Warum?“, fragte ich verwirrt. „Zum kämpfen Lernen.“, antwortete George mit rebellischem Gesichtsausdruck. Luna nickte: „Wir werden dort sein.“
George lächelte und wandte sich zum Gehen. Doch er drehte sich noch einmal um: „Ach, und sagt es niemandem. Umbridge darf es auf keinen Fall erfahren.“
Luna und ich nickten. Als George weg war, stand plötzlich ein Junge aus Gryffindor hinter mir. Wenn ich mich recht erinnerte, war er einen Jahrgang über mir. „Hallo Maëlle.“, sagte er, „Ich bin Seamus Finnigan. Hast du Lust, am Wochenende mit mir nach Hogsmead zu gehen? Vielleicht ein Butterbier trinken?“
Ich sah ihn nachdenklich an. Eigentlich hatte ich vorgehabt, hier in Hogwarts keinen Gebrauch mehr von meinen Veela-Genen zu machen. Aber eigentlich sprach doch nichts dagegen. Ich warf Seamus ein strahlendes Lächeln zu: „Ja, total gerne.“
Seamus lächelte zurück: „Super. Treffen wir uns um zwölf Uhr in der Eingangshalle?“
„Perfekt.“, antwortet ich. Seamus lächelte und ging. Luna sah mich fragend an: „Ich dachte, du wolltest nicht…“
„Ja, ich weiß.“, unterbrach ich sie, „Aber irgendwie hatte ich Lust dazu.“
Luna zuckte mit den Schultern: „Okay, viel Spaß. Aber vergiss das Treffen um 16 Uhr nicht.“
Ich nickte lächelnd.
„Wollen wir direkt in die Drei Besen oder willst du noch woanders hin?“, fragte Seamus. Ich überlegte kurz: „Ich würde gerne noch schnell in den Honigtopf.“
Seamus lächelte: „Okay, komm.“
Im Honigtopf füllte ich meinen Vorrat an Süßigkeiten wieder auf und Seamus kaufte mir eine Packung Schokofrösche. Danach gingen wir in die Drei Besen, wo wir Butterbier tranken und uns unterhielten.
Um 15:45 Uhr stand ich auf: „Sorry Seamus, ich bin noch mit Ginny und Luna verabredet. War schön mit dir. Bis dann.“
Seamus wirkte überrascht, lächelte aber: „Alles klar, bis dann.“
Ich verließ die Drei Besen und machte mich auf die Suche nach dem Eberkopf. Ich fand ihn nach kurzer Zeit in einer Seitengasse, direkt neben einem geschlossenen Zaubertrankladen, in dessen Schaufenster eine Flasche Salamanderblut stand. Angewidert wandte ich den Blick ab und ging schnellen Schrittes auf die Eingangstür des Eberkopfes zu. Außer den vielen Schülern, die zu Harrys Treffen gekommen waren, war nicht viel los. Ich sah mir den Raum genauer an. Er war schmutzig. Hinter der Theke stand ein älterer Mann, der die Gläser mit einem schmutzigen Lappen putzte. Auf der Theke stand ein verschimmeltes Glas saurer Gurken. Ich wusste genau, was ich hier nicht tun würde: etwas essen.
Georges Sicht:
Die Tür öffnete sich und Maëlle betrat den Eberkopf. Sie sah sich um und ihr war sichtlich unwohl. Trotzdem lächelte sie und setzte sich neben Ginny und Luna. Fred und ich kauften Butterbier für alle und Hermine begann mit ihrer Rede.
Maëlles Sicht:
„Habt ihr Vorschläge für einen Namen?“, fragte Hermine. Alle dachten angestrengt nach. Nach kurzer Diskussion einigten wir uns auf Ginnys Vorschlag. Dumbledores Armee. Kurz DA. Hermine schrieb den Namen auf ein langes Pergament. „Tragt hier bitte eure Namen ein.“, bat sie. Schnell bildete sich eine lange Schlange vor dem Pergament. Eine seltsame Stimmung lag in der Luft. Wir hatten einen geheimen Widerstand gegen Umbridge gegründet.

