„Maëlle!“, rief Noël durchs ganze Haus, „Wir wollen los. Wie lange brauchst du denn?“
„Ich komme gleich!“, schrie ich genervt zurück und schminkte mich fertig. Dann ging ich betont langsam nach unten in die Eingangshalle, wo Dad und Noël schon auf mich warteten. „Na endlich.“, seufzte mein Vater, als er mich sah, „Maëlle, beeile dich nächstes mal bitte ein bisschen.“
Ich nickte: „Natürlich Dad, tut mir leid.“
Mein Vater lächelte: „Schon okay, jetzt aber los.“
Er nahm unsere Hände und wir dissapparierten. Wir manifestierten uns wieder in Dumbledores Büro in Hogwarts. Er selbst saß hinter seinem Schreibtisch. Ein Mann mit zerschlissenen Klamotten stand neben ihm. Beide sahen uns freundlich lächelnd an. Dad verabschiedete sich und dissapparierte wieder. Noël ging zu Dumbledore und dem anderen Mann und reichte beiden die Hand. Ich tat es ihm nach. „Hallo Noël, halle Maëlle.“, begrüßte Dumbledore uns, „Ihr werdet jetzt hier in Häuser eingeteilt. Seid ihr bereit?“
Wir nickten. Dumbledore erhob sich und holte einen alten Hut aus einem Schrank. Dann ging er damit zu Noël und reichte ihm diesen. Noël sah ihn verwirrt an. Dumbledore lächelte: „Du musst ihn einfach aufsetzen.“
Mit einem skeptischen Blick setzte Noël sich den Hut auf den Kopf. Der Hut bewegte sich, ein Mund und zwei Augen erschienen. Noël zuckte zusammen und ich machte überrascht einen Schritt rückwärts. Nach einer Weile sagte der Hut laut: „Slytherin!“
Dumbledore und der fremde Mann klatschten. Noël reichte mir den Hut und ich setzte ihn mir auf den Kopf. „Slytherin wäre eine Möglichkeit. Hufflepuff und Gryffindor passen nicht. Aber Ravenclaw wäre eine gute Idee.“, sagte der Hut in meinem Kopf, „Ja, ich habe mich entschieden. Ravenclaw!“
erneut applaudierten die beiden Männer. Dann nahm Dumbledore mir den Hut ab und legte ihn zurück in den Schrank. „Noël, gehe bitterer die Tür und warte dort auf uns.“, bat Dumbledore, „Wir müssen noch etwas mit Maëlle besprechen.“
Noël nickte und verließ das Büro. Dumbledore setzte sich lächelnd wieder hinter seinen Schreibtisch: „Also Maëlle, du hast ja ein… kleines Problem. Alle Lehrer außer Dolores Umbridge wissen Bescheid. Sie darf es unter keinen Umständen erfahren. Severus Snape wird dir jeden Monat einen Wolfsbanntrank brauen. Dann kannst du deine Wolfsgestalt noch kontrollieren.“
Ich nickte nur. „Das hier ist Remus Lupin.“, stellte Dumbledore den Mann neben sich vor, „Er ist auch hier zur Schule gegangen. Vorletztes Jahr war er Lehrer hier.“
„Okay.“, sagte ich leicht verwirrt, „Und was hat das alles mit mir zu tun?“
Remus lächelte leicht: „Ich bin auch ein Werwolf.“
„Sie… was?“, ich sah ihn mit weit aufgerissenen Augen an. „Ich bin ein Werwolf. Wie du.“, wiederholte Remus Lupin, „Und wenn du irgendwelche Fragen hast oder Hilfe brauchst, dann kannst du mir gerne eine Eule schicken.“
„Danke.“, sagte ich lächelnd, „Das mache ich gerne.“
„Sehr gut.“, sagte Dumbledore, „Dann wäre das ja jetzt geklärt. Remus, ich muss dich jetzt verabschieden. Das Festessen beginnt gleich.“
Remus nickte und dissapparierte. Dumbledore und ich verließen das Büro. Vor der Tür wartete Noël auf uns. Zusammen machten wir uns auf den Weg zur Eingangshalle, die schon voller Schüler war. Unauffällig mischten Noël und ich uns unter die Menge. Wir betraten eine große Halle, in der fünf lange Tische standen. An einem saßen die Lehrer. An den anderen saßen die Schüler. Offensichtlich nach den Häusern geordnet. Ratlos sah ich mich um. Wo sollte ich mich hinsetzen? „Du siehst aus, als brauchst du Hilfe.“, sagte plötzlich eine Stimme hinter mir. Ich drehte mich mit einem strahlenden Lächeln um: „Ja. Ich bin neu hier und habe keine Ahnung…“
Ich verstummte. Vor mir standen zwei völlig identisch aussehende Jungen. „Wo du dich hinsetzten sollst.“, beendete einer von ihnen meinen Satz. Ich nickte stumm. „Du musst an den Tisch ganz links.“, informierte mich der andere Junge. „Danke.“, sagte ich lächelnd, „Also dann, man sieht sich.“
Ich drehte mich um und ging zu dem Tisch, den die Zwillinge mir gezeigt hatten.

