“Dad!”, schrie ich so laut ich konnte durchs Haus, “Wo bleibst du? Wir müssen los!”
Blaise, der neben mir stand, grinste und Noël, der gerade mit einem Müsliriegel in der Hand hinter mich getreten war, lachte laut los. Dad betrat die große Eingangshalle und reichte mir lächelnd den Arm. schnell verabschiedete ich mich von Blaise und Noël und nahm dann den Arm meines Vaters. Im nächsten Moment standen wir mitten in einem Kornfeld. Ich sah mich neugierig um, konnte jedoch kein Haus entdecken. Weit und breit nur Felder und Wiesen. Dad lächelte milde, als ich ihn fragend anblickte. “Wir können nicht direkt dorthin apparieren.”, erklärte er, “Wir müssen noch ein Stück laufen.”
Ich verdrehte seufzend die Augen und folgte Dad, der schon losgelaufen war. Nach zehn Minuten erreichten wir das Gartentor des Fuchsbaus. Ich staunte. Das Haus war unglaublich. Dad lachte über meinen Gesichtsausdruck. Wir betraten den Hof und klopften an die Haustür. Sie wurde geöffnet und ich machte erschrocken einen Schritt rückwärts. Vor uns stand Fred. Dad zauberte mein Gepäck wieder groß und verabschiedete sich von uns. Dann disapparierte er. Ich sammelte mich kurz und drehte mich dann wieder zu Fred: “Hallo.”
Meine Stimme klang kühl. “Hi.”, sagte Fred, “Maëlle, das von damals tut mir leid. es war dumm von uns.”
Ich sah ihn fragend an: “Uns?”
“George hatte eine Ahnung, was du bist.”, erklärte Fred, “Es war sein Plan. Und ich habe mitgemacht. Wir haben einen Fehler gemacht und es tut uns leid. Kannst du uns verzeihen?”
Ich lächelte: “Ja, ich denke schon.”
Fred nahm mein Gepäck und führte mich Haus. “Du schläfst bei Ginny im Zimmer.”, erklärte er und ging eine Treppe nach oben, “Hermine ist auch schon da. Sie ist gestern angekommen. Morgen holen wir Harry ab.”
Ginny, Mrs. Weasley und ich warteten angespannt auf die Rückkehr des Ordens. Im Garten knallte es. Wir sprangen auf und rannten in die Richtung des Geräusches. Harry und Hagrid. Wir begrüßten sie erleichtert und dann ging das angespannte Warten von neuem los. Wenig später kamen Hermine und Shacklebolt an. Dann Ron und Tonks. Wir gingen zurück ins Haus, doch als es erneut knallte, liefen Ginny und ich wieder nach draußen. Mr. Weasley und George stolperten über den Hof auf die Tür zu. Als ich sah, dass Georges halbes Gesicht mit Blut bedeckt war, schrie ich erschrocken auf und hielt mir die Hand vor den Mund. Ich rannte zu ihnen und stützte George von der anderen Seite: “Was ist passiert?”
“Snape.”, sagte Mr. Weasley mit starrem Blick, “Sein Fluch hat George das Ohr abgeschnitten.”
Ich zog scharf die Luft ein. Wir brachten George ins Wohnzimmer und legten ihn aufs Sofa. Mrs. Weasley kam aufgeregt zu uns und begann sofort, George zu versorgen. Ich stellte mich zu Fred, der seinen Zwillingsbruder fassungslos betrachtete. “Wie ist das passiert?”, fragte er heiser. Ich seufzte: “Snape. Er hat einen Fluch auf George geschossen.”
Fred schnaubte wütend: “Snape! Wenn ich…”
Doch ich sollte nie erfahren, was dann war, denn in diesem Moment betraten Bill und Fleur das Wohnzimmer. In die Stille, die dann folgte, sagte Bill: “Mad Eye ist tot.”
Wir alle schwiegen. Bis Hagrid laut anfing zu schluchzen. Einige Zeit später gingen alle in die Küche, um ein Glas Feuerwhiskey zu trinken. Ich blieb im Wohnzimmer und setzte mich neben das Sofa auf den Boden. Dann wartete ich. Irgendwann begann George plötzlich zu husten. Sofort sprang ich auf: “George! Wie geht es dir?”
“Ich fühle mich etwas erschlagen.”, gab George zu, “Aber ehrlich gesagt fühle ich mich besser, als ich erwartet hätte.”
“Ich hatte Angst um dich.”, flüsterte ich, “Als du da so voller Blut…”
“Hey.”, sagte George sanft, “Nicht weinen. Mir geht’s gut, ehrlich.”
“Ja.”, sagte ich zitternd, “Aber nur mit viel Glück. Hätte der Fluch dich woanders getroffen… du hättest tot sein können!”
“Bin ich aber nicht.”, sagte George fest, “Ich…”
In diesem Moment ging die Tür auf und unterbrach George so. Mrs. Weasley und Fred betraten das Wohnzimmer und eilten zu George ans Sofa. Ich ließ die drei alleine und verließ leise den Raum.

