Maëlle Delamare | 10. Prophezeiung und Kampf

Ich klammerte mich an den Thestral auf dem ich saß und versuchte panisch, nicht nach unten zu sehen. Wie ich das fliegen hasste! Vor allem, wenn man nicht sah, worauf man saß. Wir machten eine unerwartete, scharfe Kurve und ich schrie erschrocken auf. Ein paar Minuten später flogen wir nach unten und landeten in einer verlassenen Gasse, in der nichts war, außer einer Telefonzelle und einem Müllcontainer. Ich stieg so elegant, wie ich konnte, ab, was nicht sehr elegant war, da ich ziemlich zitterte. Harry führte uns zur Telefonzelle, mit der wir ins Ministerium gelangten. Im Laufschritt durchquerten wir die große Eingangshalle und fuhren mit einem der Aufzüge in die Mysteriumsabteilung. Dort dauerte es etwas, bis wir die richtige Tür gefunden hatten. Staunend betraten wir die Halle der Prophezeiungen. Die Gänge zwischen den deckenhohen Regalen voller silberner Kugeln waren beschriftet. Harry rannte los und suchte nach Sirius. Wir anderen blieben etwas verunsichert stehen. Nach ein paar Minuten kam Harry zu uns zurück: „Er ist nicht hier.“
„Harry.“, sagte Neville und deutete auf eine Kugel im Regal neben sich, „Da steht dein Name.“
Harry ging zu der Prophezeiung und streckte die Hand nach ihr aus. „Harry!“, sagte Hermine scharf, „Ich denke nicht, dass das eine gute Idee ist.“
Harry wandte den Blick nicht von der Prophezeiung ab. „Ich muss.“, erklärte er, „Da steht mein Name.“
Er nahm die Kugel aus dem Regal. Wir warteten mit angehaltenem Atem, doch nichts passierte. Plötzlich tauchten um uns herum acht vermummte, dunkel gekleidete Gestalten auf. Todesser. Wir stellten uns Rücken an Rücken in einem dichten Kreis auf. Der Todesser gegenüber von Harry zog sich die Maske vom Kopf: „Überraschung.“
„Mister Malfoy!“, keuchte Harry, „Was wollen Sie von uns?“
Mister Malfoy lachte höhnisch: „Was wohl, Potter? Die Prophezeiung. Gib sie mir!“
Während Harry und Mister Malfoy diskutierten, verständigten wir uns lautlos. Als Mister Malfoy wütend einen Schritt auf Harry zu machte, hoben wir die Zauberstäbe und feuerten verschiedene Zauber ab. Dann rannten wir los. Hinter und fielen die Prophezeiungen aus den Regalen und lautes Fluchen erklang. Wir durchquerten die erste Tür, die wir fanden. Und plötzlich war da nichts mehr. Wir fielen ins Nichts. „Aresto Momentum!“, rief Hermine geistesgegenwärtig. Knapp über dem Boden stoppten wir. Dann fielen wir die letzten Zentimeter zu Boden. Langsam standen wir auf und sahen uns um. Wir waren in einem großen Raum, der fast komplett leer war. In der Mitte des Raumes war ein Podium, auf dem ein Tor mit einem Vorhang stand. Langsam gingen wir darauf zu. Plötzlich entstand um uns herum ein dichter, dunkler Rauch, der uns die Sicht nahm. Ich schrie auf, als ich Hände spürte, die nach mir griffen. Als sich der Rauch verzog sah ich, dass Ginny, Luna, Ron, Hermine, Neville und ich in einem Halbkreis um das Podium herum aufgestellt worden waren. Jeder von uns wurde von einem Todesser festgehalten und bedroht. Vor dem Podium standen Harry und Lucius Malfoy. Mister Malfoy hielt die Prophezeiung in der Hand. Plötzlich knallte es mehrmals laut und weitere Personen erschienen. Sie begannen, gegen die Todesser zu kämpfen. Irgendwann tauchte Dumbledore auf. Die Kämpfe stoppten nach und nach. Schließlich kämpfte nur noch ein Paar. Sirius Black und Bellatrix Lestrange. Bellatrix feuerte einen Todesfluch ab, der sein Ziel nicht verfehlte. Sirius kippte langsam seitlich in das Tor und verschwand. In der Halle wurde es still. Bellatrix verschwand durch eine Tür und Harry rannte ihr hinterher, dicht gefolgt von Dumbledore. Ginny, Luna und ich stellten uns zusammen und diskutierten über den ,Ausflug‘. Irgendwann kam Dumbledore zurück: „Harry geht es gut.“
Wir tauschten erleichterte Blicke. Die Ordensmitglieder kamen zu uns und zusammen mit ihnen disapparierten wir.

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