Lia | Kapitel 1

Drehung, Schlag. Lau raschelte unter meinen Füßen, während ich mit dem Schwert auf die Orks um mich herum einschlug. Ich gab mir kaum Mühe. Die Orks waren mittlerweile nur noch zu siebt und sie waren alle nicht besonders schlau. Ich nagelte einen von ihnen an den Baum. Noch sechs. Schwarzes Blut spritzte auf den Boden, als ich den nächsten köpfte. Fünf. Das machte fast schon Spaß.

 

Aragorns Sicht:
Kampflärm ließ uns innehalten. “Ihr wartet hier.”, wies ich die drei Hobbits an, die mit mir unterwegs waren, “Ich schaue nach, ob da jemand Hilfe braucht.”
Ohne ihre Antwort abzuwarten, lief ich los. Meine Schritte auf dem laubbedeckten Waldboden waren beinahe lautlos und ich suchte mir geschickt Deckung hinter den Baumstämmen. ein paar Augenblicke später kam ich oberhalb eines kleinen Tals zum Stehen. Unter mir auf der Lichtung kämpften vier Orks gegen eine junge Frau mit langen, braunen Haaren. Sie war wirklich gut, das konnte man auf den ersten Blick erkennen. Ihre Bewegungen waren so schnell, dass sie überall zu sein schien. Fast sah es so aus, als würde sie tanzen, so elegant, kraftvoll und leichtfüßig wirbelte sie über den Platz. Erneut fiel ein Ort. Sein Kopf rollte noch ein paar Meter weiter. Das riss mich aus meiner Beobachtung.

 

Lias Sicht: 
Noch drei Orks. Langsam wurde es langweilig. Ich hatte gerade beschlossen, die verbliebenen dunklen Gestalten jetzt schnell zu töten, da sprang ein Mann mit dunkler Kleidung leichtfüßig neben mir auf die Lichtung. Er mischte sich auf meiner Seite in den Kampf ein und bewundernd stellte ich fest, dass er sogar noch besser mit dem Schwert umgehe konnte, als ich. Ein paar Herzschläge später waren die Orks Geschichte. Leicht angewidert wischte ich mein mit schwarzem Blut überzogenes Schwert an den Lumpen eines Orks ab. Dabei ließ ich den fremden Mann keine Sekunde aus den Augen. Er hatte sein Schwert weg gesteckt und die Kapuze abgenommen. So konnte ich erkennen, dass er schulterlange, dunkelbraune Haare und graublaue Augen hatte. Auch er ließ mich seinerseits keine Sekunde aus den Augen. Ein paar Sekunden lang starrten wir uns abschätzend an. Schließlich brach der Fremde das Schweigen: “Ihr habt einen seht guten Kampfstil. Wo habt Ihr den Umgang mit dem Schwert gelernt?”

Ich schwieg ein paar Augenblicke, wog ab, ob ich ihm antworten sollte. Dann sagte ich knapp: “Ich nehme an, wie auch Ihr gelernt habt. Ihr seid ach ein Waldläufer?”
Er nickte: “Mein Name ist Streicher.”
Eine Lüge, die ich durchschaute. Obwohl ich ihn nur aus Erzählungen kannte, war ich mir sicher, dass der fremde Mann vor mir Aragorn war. Doch ich ging nicht auf seinen Decknamen ein, sondern warf ihm ein leichtes Lächeln zu: “Lia.”

“Ich bin auf dem Weg zum Ringrat in Bruchtal.”, erzählte Aragorn alias Streicher, “Wenn die Entscheidung so ausfällt, wie ich vermute, könnten wir Eure Kampftricks gut gebrauchen. Begleitet Ihr mich?” Ich antwortete, bevor ich noch einmal darüber nachdenken konnte: “Ja, ich begleite Euch, aber ob ich Euch helfen werde, entscheide ich, wenn es soweit ist.”

Aragorn/Streicher neigte den Kopf und lief los. Ich folgte ihm. Das würde spannend werden!

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