Ich saß neben Draco an der langen Tafel und starrte Löcher in die Luft. Todesserversammlungen waren so langweilig! “Mary.”, sagte mein Onkel plötzlich und erweckte so meine Aufmerksamkeit, “Möchtest du die Gruppe morgen Abend begleiten, die Potter holt?”
Ich sah ihn einen Moment fassungslos an. Ließ er mir tatsächlich die Wahl? Insgeheim bezweifelte ich das. Also antwortete ich widerwillig: “Gerne, Herr.”
Mein Onkel lächelte zufrieden: “Sehr gut. Dann wäre die Gruppe vollzählig.”
Ich schweifte gedanklich wieder ab. Kurze Zeit später beendete Voldemort das Treffen. Draco begleitete mich zu meinem Zimmer. Unsere Eltern waren zwar bereits zurückgekehrt, allerdings mussten meine Eltern schon morgen zu einer weiteren geheimen Mission, so hatten sie zusammen mit Dracos Eltern beschlossen, dass ich vorerst hier wohnen bleiben sollte.
Am nächsten Abend traf sich die Gruppe, die Potter holen sollte, in der Eingangshalle. Alle hatten ihre Besen dabei. Alle, außer mein Onkel, der keinen Besen brauchte. Wir traten nach draußen, schwangen uns auf unsere Besen und flogen los. Irgendwann stoppte mein Onkel und wir flogen höher, um uns in der Dunkelheit des mitternachtsblauen Himmels zu verbergen. Dann warteten wir, bis einige Zeit später die verschiedensten Fluggelegenheiten unter uns auftauchten. Zu unserer Überraschung waren dort sieben Harry Potters. Alle in Begleitung eines erwachsenen Zauberers oder einer erwachsenen Hexe. “Vielsafttrank!”, hörte ich den Zauberer rechts neben mir leise fluchen. MeinOnkel gab das Zeichen zum Angriff und sofort flogen alle Todesser los. Ich hängte mich an die Fersen eines Weasleys. Persönlich kannte ich ihn nicht, er war älter. Vermutlich Bill, denn Charlie befand sich nach wie vor bei seinen Drachen in Rumänien. Percy war im Ministerium und arbeitete für meinen Onkel und die Zwillinge Fred und George waren noch jünger. Bill flog mit einem der Potters auf seinem Thestral in Schlangenlinien durch den Himmel. Ich war ihnen dicht auf den Fersen und schoss Zauber und Flüche auf sie ab, denen sie eins ums andere Mal auswichen. Irgendwann begann das Dunkle Mal an meinem linken Unterarm heftig zu brennen. Mein Onkel rief mich zurück. Sofort drehte och ab und folgte dem Ruf Voldemorts. Insgeheim war ich froh darüber. Ich wollte weder Bill, noch irgendjemandem sonst etwas tun. Sie hatten mir nichts getan. Im Gegenteil. Sie kämpften für ihre Freiheit, was ihr gutes Recht war. Ich flog zurück zum Malfoy Manor, wo ich auch die anderen meiner Gruppe vorfand. Nur mein Onkel war nicht da, aber ich hörte seine Stimme aus dem Salon. Er tobte vor Wut. Ich schloss daraus, dass Harry Potter ihm schon wieder entkommen war. Jetzt war es wohl besser, ihm nicht zu nahe zu kommen. Das schienen auch die anderen zu denken, denn sie blieben in der Eingangshalle und warfen sich unbehagliche Blicke zu. Plötzlich ertönten eilige Schritte. Mein Blick schnellte sofort zur Treppe, die Draco gerade mit schnellen Schritten herunterkam. Als er mich entdeckte, wich der angespannte Ausdruck auf seinem Gesicht, einem entspannteren. Lächelnd nahm er mich in den Arm: “Mary, dir geht es gut.”
Ich nickte mur. Die anderen Todesser um uns herum warfen uns verstohlene Blicke zu. Draco bemerkte es auch. “Was?”, fragte er die anderen Todesser kühl, “Darf ich meine zukünftige Frau nicht angemessen begrüßen?”
Sie schwiegen und senkten die Blicke. Ich unterdrückte ein Lachen. Draco nahm meine Hand: “Komm Mary, wir gehen.”
Zusammen machten wir uns auf den Weg in sein Zimmer.

