Mary Elizabeth O’Sullivan | 13. Lavendellila

Kleine Info: 
Einen Teil dieses Kapitels hat Lyssa geschrieben. Vielen Dank an sie an dieser Stelle. Ich werde ihren Teil fett machen. 

 

Ich biss erneut von meinem Toast ab und blätterte den Tagespropheten um. Im selben Moment ging die Tür auf und Draco betrat den Salon. Er setzte sich mir gegenüber, betrachtete kurz verwirrt meine Scheibe Toast mit Butter, nahm sich selbst aber nichts zu Essen. Ich aß fertig, ohne, dass Draco etwas sagte. Dann legte ich den Tagespropheten weg und sah Draco mit schief gelegtem Kopf aufmerksam an. “Hast du Lust, heute nachmittag was zu unternehmen?”, fragte Draco. Er wirkte etwas nervös, versteckte das aber hinter seinem erwartungsvollen Lächeln. “Was denn?”, fragte ich neugierig auf seine Idee. Er zuckte lächelnd mit den Schultern: “Es gibt einen See hier in der Nähe. Wir könnten baden gehen und picknicken.”
“Okay.”, stimmte ich lächelnd zu. Draco strahlte: “Ich bereite alles vor.”
“Damit meinst du, dass du den Hauselfen Bescheid sagst oder?”, fragte ich lachend. Draco grinste: “Ganz genau.”
Ich musste noch heftiger lachen. “Wir treffen uns um 16 Uhr in der Eingangshalle.”, wies Draco mich an: “Umgezogen mit Badesachen. Bis später.”
Mit schnellen Schritten verließ er den Salon. Grinsend sah ich ihm nach. Ich freute mich darüber, dass er mich nach einem Ausflug gefragt hatte. Aber warum? Hatte Astoria etwa doch recht und ich war in Draco verliebt? Das würde allerdings bedeuten, dass ich schwächer werden würde. Hatte ich wegen Draco begonnen, alles zu hinterfragen? Seufzend stand ich auf und machte mich auf den Weg zu meinem Zimmer, um mich umzuziehen.

Pünktlich um 16 Uhr trafen Draco und ich uns in der Eingangshalle. Draco trug eine kurze, dunkelgrüne Hose und ein offenes, weißes Hemd. In der einen Hand hatte er einen großen Picknickkorb, unter den anderen Arm hatte er sich eine grün, schwarz karierte Picknickdecke geklemmt. “Ich würde dir jetzt meinen Arm anbieten, aber leider habe ich nur zwei, nicht drei.”, scherzte Draco. Ic grinste: “Schon okay. Und jetzt los. Du musst mir den Weg zeigen.”
Draco grinste ebenfalls und ging dann los. Ich folgte ihm. Auf dem Weg überlegte ich, wann ich mich so verändert hatte. Wann war ich bei Draco so offen geworden? Es war eine Seite an mir, die ich vorher nicht gekannt hatte. Eine Seite, die nur bei Draco zum Vorschein kam. “Wir sind da.”, informierte Draco mich plötzlich und riss mich so aus meinen Gedanken. Wir standen auf einer großen Wiese vor einem kleinen See. Draco breitete die Picknickdecke aus und stellte den Korb darauf. “Setz dich.”, sagte er lächelnd. Ich lächelte zurück: “Danke.”
Wir setzten uns und begannen mit dem Essen. Die Hauselfen hatten die verschiedensten Dinge eingepackt. Kuchen, kleine Törtchen und Erdbeeren. “Hier, du musst unbedingt die Erdbeeren probieren.”, meinte Draco und nahm sich eine. Er hob die Hand und sah mich erwartungsvoll an. Ich war verwirrt. Sollte ich jetzt ernsthaft eine Erdbeere aus seinen Händen essen oder was? Egal, ich ließ mich auf das Spiel ein und öffnete meinen Mund. Er hielt sie mir hin und ich biss ab. Sie schmeckte tatsächlich sehr gut. “Wollen wir schwimmen gehen?”, fragte Draco. 

Dracos Sicht: 
Es hatte mich überrascht, dass Mary die Erdbeere von mir angenommen hatte. Aber es freute mich, da es bedeutete, dass sie langsam begann, mir zu vertrauen. Sie nickte zur Antwort meiner Frage und stand auf. Ih tat es ihr nach und zog mein Hemd aus. Sie streifte sich ihr lavendellila Kleid über den Kopf. Darunter trug sie einen schwarzen Bikini. Mary band ihre roten Locken zu einem hohen, etwas unordentlichen Dutt. Dann sah sie zu mir. Ihr Blick flackerte für den Bruchteil einer Sekunde zu meiner nackten Brust, dann sah sie fest in mein Gesicht. “Los geht’s.”, sagte ich grinsend, lief los und sprang ins Wasser. Mary folgte mir lachend. Sie schwamm in einem großen Kreis um mich herum. Als sie vor mir ankam, spritzte ich ihr eine Handvoll Wasser ins Gesicht. Mary keuchte erschrocken auf und sah mich empört an. Dann bekam ich ebenfalls eine Ladung Wasser ab und schon begann eine wilde Wasserschlacht.

Marys Sicht: 
Eine gefühlte Ewigkeit später stiegen wir wieder aus dem Wasser. Nebeneinander legten wir uns auf die grüne karierte Decke und ließen uns von der Sonne trocknen. “Danke.”, sagte ich irgendwann und strich mir ein paar Strähnen meines roten Haares aus der Stirn, die sich aus meinem Dutt gelöst hatten. Draco drehte sich auf die Seite, um mich ansehen zu können: “Wofür?”
“Dass du für mich da bist.”, antwortete ich sofort, ohne darüber nachzudenken. Doch es stimmte. Er war für mich da. Er hatte mich nicht verraten, nachdem ich ihm erzählt hatte, dass ich alles hinterfragte. Ich vertraute ihm. Draco lächelte nur als Antwort auf meine Aussage. Plötzlich fiel mir auf, wie nah wir uns waren. Nur ein paar Zentimeter trennten unsere Lippen von einander. Ich könnte mich einfach vorbeugen und dann…
Keine Ahnung, ob der Impuls letztendlich von mir oder von ihm ausging, aber wir überbrückten die letzten Zentimeter und küssten uns. Es war nicht mein erster Kuss, aber mit Draco fühlte es sich besser an, als mit allen anderen davor. Wir lösten uns voneinander und starten uns erschrocken an. “Mary… es tut mir leid, es…”, entschuldigte Draco sich leicht verzweifelt. Ich schüttelte schnell den Kopf: “Nein Draco. Das muss es nicht. Es hat mir gefallen. Weißt du, ich…”
Ich brach ab. Wie sollte ich ihm sagen, dass ich ihn mochte? Ich liebte ihn, da war ich mir inzwischen sicher. Aber wie sagte man das jemandem? Draco lächelte leicht. Dann sagte er es einfach: “Ich liebe dich Mary.”
Ich starrte ihn eine Sekunde lang sprachlos an. Dann lachte ich leise auf. “Ich liebe dich auch.”, flüsterte ich und wir umarmten uns.

4
0

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.