Mary Elizabeth O’Sullivan | 9. Silbergrau

Dracos Sicht: 
Ich war gerade aus dem Raum der Wünsche gekommen und machte mich jetzt langsam auf den Weg zum Essen. “Draco!”, rief plötzlich eine selbstbewusste, aber trotzdem sanfte Stimme nach mir. Ich blieb stehen und drehte mich zu Mary um. Sie nahm meine Hand und zog mich in einen leeren Klassenraum. “Ich habe einen Vorschlag für dich.”, erklärte sie mir, “Ich helfe dir bei deiner Aufgabe und dafür heiratest du mich, sobald wir volljährig sind.”
Ich starrte sie sprachlos an. Mary wollte mich heiraten? Sie war reinblütig und mit dem Dunklen Lord verwandt. Außerdem gefiel sie mir. “Okay.”, stimmte ich ihrem Angebot also zögernd zu. Ich wusste, dass ich hier gerade einen Pakt mit dem Teufel schloss. Mary lächelte zufrieden: “Schön. Erzähl mir, wie du Dumbledore umbringen möchtest.”
Ich erzählte ihr von den ersten beiden Versuchen, von denen sie ja bereits wusste und dann von dem Verschwindekabinett, das ich heute endlich fertig repariert hatte und durch das in drei Tagen die Todesser kommen würden. Marys silbergraue Augen funkelten anerkennend. “Zeig mir das Kabinett.”, verlangte sie. Ich nickte mit einem leichten Lächeln: “Komm mit.”
Sie folgte mir aus dem Klassenzimmer in den Raum der Wünsche. Dort sah sie sich beeindruckt um. Ich führte sie durch das ganze Gerümpel zum Verschwindekabinett. “Hier.”, sagte ich und deutete auf das Verschwindekabinett, “Das Gegenstück steht in einem Laden in der Nokturngasse.”
Mary nickte, wobei ich mir nicht sicher war, ob sie wusste, was die Nokturngasse war. “Was genau ist dein Plan damit?”, fragte sie neugierig. Ich erklärte es ihr: “In drei Tagen kommen ein paar Todesser durch das Kabinett. Dann bringe ich Dumbledore um und wir verschwinden.”
Mary legte leicht den Kopf schief: “Was erhoffst du dir von den Todessern in Hogwarts?”
Dass ich Dumbledore nicht umbringen musste, sondern, dass das jemand von ihnen tat. Es war die Wahrheit, aber das konnte ich Mary nicht sagen. “Wir müssen mit einem Kampf rechnen.”, erklärte ich stattdessen, “Dumbledores Tod wird nicht unbemerkt bleiben und ich weiß nicht, ob wir schnell genug verschwinden können.”
Mary nickte und sah mich zufrieden an. “Du hast das gut durchdacht.”, lobte sie mich, “Hol mich, wenn es soweit ist.”
Damit drehte sie sich um und verließ den Raum der Wünsche.

Marys Sicht: 
Ich saß am Slytherin-Tisch beim Mittagessen. Mir gegenüber saß Astoria Greengrass, mit der ich mich ganz gut verstand, obwohl sie ein Jahr jünger war. Mit Pansy Parkinson und Astoria großer Schwester Daphne hingegen verstand ich mich überhaupt nicht. Die beiden waren eifersüchtig, weil ich so viel Zeit mit den Jungs verbrachte. Außerdem waren sie oberflächlich und hatten nicht besonders viel Verstand, soweit man das erkennen konnte. Draco betrat die Halle und ging zu Blaise. Ich folgte ihm mit dem Blick. Astoria hörte auf zu reden und folgte meinem Blick. Als sie Draco erblickte, zog sie scharf die Luft ein und sah grinsend zu mir: “Stehst du auf Draco Malfoy, Mary?”
Ich sah sie leicht spöttisch an: “Nein! Er ist ein Idiot.”
Astoria glaubte mir nicht, das sah ich an ihrem Blick. Aber das war mir egal. Sollte sie doch denken, was sie wollte. Ich stand nicht auf Draco. Oder sich? War das, das ich bei ihm fühlte Liebe? Nein. Nein, das konnte nicht sein. Liebe machte jemanden nur schwach, das hatten meine Eltern mir beigebracht. Ich durfte mich nicht verlieben! Draco Malfoy war nur ein Mittel zum Zweck.

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