Mary Elizabeth O’Sullivan | 6. Indigoblau

Ich zog noch einmal meinen Lippenstift nach und betrachtete mich zufrieden im Spiegel. Dann machte ich mich auf den Weg zu Slughorns Büro. Ich war etwas zu spät. Alle saßen schon, als ich den Raum betrat. “Entschuldigt bitte meine Verspätung.”, sagte ich mit einem unschuldigen Lächeln. “Kein Problem.”, antwortete Slughorn mit einem strahlenden Lächeln, “Schön, dass Sie hier sind.”
Ich setzte mich auf den freien Platz. Neben Blaise. Na toll. Blaises Blick glitt einmal über meinen Körper, während ich mich setzte. So ein Macho! “Du siehst toll aus heute Abend.”, meinte er. Ich beschloss, ihn etwas zu ärgern. “Nur heute Abend?”, fragte ich enttäuscht. Blaise sah entsetzt aus. Theo, auf Blaises anderer Seite, lachte leise. “Nein!”, sagte Blaise leicht verzweifelt, “Di siehst immer toll aus.”
Ich grinste: “Danke.”
Blaise lächelte erleichtert und wandte sich wieder seinem Essen zu. Anscheinend hatte er erst einmal genug von einem Gespräch mit mir. Gut so. “Miss O’Sullivan, wie steht es mit Ihrer Familie?”, sprach Slughorn mich plötzlich an. Ich schwieg einen Moment. Schließlich konnte ich schlecht sagen, dass Voldemort mein Onkel war. “Wir sind erst diesen Sommer aus Irland her gezogen.”, berichtete ich, “Sie sind reinblütig, aber ich glaube nicht, dass Sie sie kennen.”
Lüge. Er kannte meine Mutter mit Sicherheit. Sie war eine Slytherin. Er war ihr Hauslehrer gewesen. Und eine Riddle vergaß man nicht so schnell. “Wie heißen sie denn?”, fragte Slughorn neugierig. “William und Elizabeth O’Sullivan.”, antwortete ich lächelnd. Slughorn dachte kurz nach, dann schüttelte er den Kopf: “Sagt mir nichts.”
Er wandte sich Hermine Granger zu, mit der er ein extrem langweiliges Gespräch über die Muggel-Berufe ihrer Eltern führte. Alles in Allem war das Abendessen ziemlich langweilig und oberflächlich. Ich war for, als wir nach ein paar Stunden wieder gehen durften. Zusammen mit Blaise und Theo machte ich mich auf den Weg zum Slytherin-Gemeinschaftsraum.

Dracos Sicht: 
Die Tür des Gemeinschaftsraumes öffnete sich und drei lachende Personen betraten den Raum. Blaise, Theo und Mary. Wo kamen die denn her? So spät? Und vor allem in solchen Klamotten? Mary trug ein indigoblaues Kleid, das ihre Haare förmlich zum Leuchten brachte. “Wo kommt ihr denn her?”, fragte ich. Mary sah mich nicht an, als sie antwortete: “Wir waren zum Abendessen bei Slughorn.”
Ich erinnerte mich. Blaise hatte mir davon erzählt. “Ich gehe ins Bett.”, entschied Mary, “Gute Nacht.”
Ich sah ihr nach, bis die Tür hinter ihr ins Schloss fiel. Sie war so eingebildet. Aber trotzdem faszinierte sie mich. Theo, Blaise und ich beschlossen ebenfalls, ins Bett zu gehen.

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