Bella Abbott | 12. Café Rosé

“Hier, die Post.”, sagte meine Managerin und reichte mir einen Stapel Briefe. Ich blätterte sie grob durch. Viel Fanpost. Die öffnete, las und beantwortete ich immer am Wochenende. Heute war Mittwoch. Ich wollte die Briefe gerade zur Seite legen, Wals mir einer ins Auge fiel. Ich zog ihn aus dem Stapel und legte die restlichen Briefe beiseite. Der Briefumschlag war bartgrün und mit cremefarbenen Blüten verziert. Ein Blick auf den Absender verriet mir, dass er von Hannah und Neville war. Ich holte den Brief aus dem Umschlag und las ihn. Nach und nach breitete sich ein Lächeln auf meinem Gesicht aus.

Liebe Bella,
wir werden heiraten und wollen dich hiermit herzlich zu unserer Hochzeit am 16.06.2000 einladen.
Liebe Grüße Hannah & Neville

Darunter hatte Hannah ein paar weitere handschriftliche Zeilen geschrieben.

Bella, ich hoffe, dass du meine Trauzeugin sein wirst. Um das Kleid kümmere ich mich. Du müsstest nur deine Auftritte absagen, falls du da welche hast. Wenn du möchtest, kannst du gerne auch schon etwas früher kommen. Bis in drei Monaten Schwesterherz.
Deine Hannah.

“Was gibt es denn so tolles?”, fragte meine Managerin und grinste frech. Ich lachte laut los, da ich genau wusste, woran sie dachte. “Nicht das, das du denkst, Sophie.”, sagte ich lachend, “Meine Schwester Hannah heiratet Neville.”
Sophie lachte ebenfalls: “Klingt toll. Herzlichen Glückwunsch.”
“Danke.”, lächelte ich. Sophie sah auf die Uhr: “Du solltest dich langsam fertig machen. Dein Auftritt im Café Rosé ist in etwa zwei Stunden.”
Ich nickte und stand auf, um mich auf den Weg in mein Schlafzimmer in dem Hotel, in dem wir gerade wohnten, zu machen.

Zwei Stunden später betrat ich in einem hellrosa Kleid das Café Rosé. Das Café war hier in Frankreich ziemlich bekannt, weshalb ich mit meinem Auftritt hier auch eine kleine Ausnahme machte. Lucie, die Besitzerin des Cafés erwartete mich schon. “Sie sehen toll aus.”, lobte sie mich und zeigte mir dann die Bühne. Meine Gitarre stand bereits dort. Genauso, wie ein Mikrofon. Ich lächelte Lucie noch einmal freundlich an und betrar dann die Bühne.

Cedrics Sicht: 
Bella betrat die Bühne. Sprachlos sah ich sie an. Sie war wirklich hier. Fast hatte ich die Hoffnung aufgegeben, sie zu sehen. Ihre Konzerte waren oft schon nach kurzer Zeit ausgebucht. Und sie zu treffen war fast unmöglich. Auch auf meine Briefe hatte sie immer nur knapp geantwortet. Bella nahm das Mikrofon in die Hand. “Hallo alle zusammen. Ich bin Bella. Vielleicht kennt ihr mich.”, stellte sie sich vor. Im Café war vereinzeltes Lachen zu hören. Auch Bella lachte: “Naja, auf jeden Fall bin ich heute hier, um euch ein paar Lieder zu singen.”
Sie nahm die Gitarre und begann zu spielen. Dann fing sie auch an zu singen: “I wanted to be like everyone, but nobody understands me like you, so work it out.”
Als das Lied endete brandete lauter Applaus auf. Bella strahlte: “Das Lied heißt ‘Work it out’. Es ist noch relativ neu.”
Sie spielte noch ein paar andere Songs. ‘Come back to you’, ‘I Believe’, ‘If you could stay’ und ‘I don’t mind’. Bella stimmte ein neues Lied an: “Never saw what was coming at me. I didn’t hear what was said.”
Eine Erinnerung durchzuckte mich. Eine Erinnerung, die ich eigentlich nicht haben dürfte. Damals, in meinem fast zweijährigem Schlaf, hatte Bella dieses Lied für mich gesungen und mich so wieder näher ans Bewusstsein gezogen. Ich konzentrierte mich wieder auf Bella. Sie war jetzt m Refrain angekommen: “Who am I before you start to run baby? Who am I to all I see? Who am I to hope that we are one darling? Who am I? Can you hear me?”
Wie bei jedem ihrer Songs applaudierten die Zuschauer begeistert, als es endete. Ein trauriger Schatten huschte über Bellas Gesicht. “Das war einer meiner ersten Songs.”, erzählte sie, “Und ich habe ihn wie fast alle meiner Songs für einen ganz besonderen Menschen geschrieben. Damals dachte ich, dass ich ihn für immer verloren hätte.”
Bellas Auftritt ging weiter. Sie spielte noch einige ihrer Songs. ‘Now or never’, ‘I’m the kinda girl’, ‘Pretty baby’ und ‘Your everything’. Dann verließ sie die Bühne und wurde von zwei Frauen in Empfang genommen. Ich stand auf. Wenn ich sie jetzt nicht ansprach, dann vielleicht nie. Ich blieb hinter ihr stehen: “Hallo Bella.”

Bellas Sicht: 
Fassungslos drehte ich mich um. Hinter mir stand tatsächlich Cedric. “Cedric!”, stieß ich entgeistert hervor. Ein paar Sekunden später, als ich endlich begriffen hatte, dass er wirklich hier war, fiel ich ihm stürmisch um den Hals. Verlegen trat ich wieder einen Schritt zurück: “Tut mir leid.”
Cedric lächelte: “Das muss es nicht.”
“Warum bist du hier?”, fragte ich neugierig. “Ich wollte dich sehen.”, erklärte Cedric, “Ich war mir allerdings nicht sicher, on du mich sehen willst.”
Ich sah ihn erschrocken an: “Natürlich will ich.”
Cedric lächelte: “Di siehst übrigens umwerfend aus. Wie immer.”
Ich errötete leicht. “Bella, wir sollten jetzt los.”, unterbrach Sophie uns. Ich nickte: “Ja, du hast recht Sophie.”
Ich wandte mich an Cedric: “Wir bleiben per Brief in Kontakt, okay?”
“Ja, klar.”, stimmte er mir sanft lächelnd zu. Ich lächelte und gab ihm einen Kuss auf die Wange. Dann verabschiedete ich mich auch von Lucie und verließ mit Sophie das Café Rosé.

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