“Was meinst du?”, fragte Ernie mich nervös, “Was will Dumbledore von uns?”
Ich zuckte müde mit den Schultern: “Keine Ahnung. Wir werden uns wohl überraschen lassen müssen.”
Ernie und ich waren gerade als neue Vertrauensschüler von Hufflepuff auf dem Weg zu Dumbledore. Wir kamen direkt vom Hogwartsexpress und Dumbledore hatte uns noch vor dem Festessen zu sich rufen lassen. Am Wasserspeier trafen wir auf die Vertrauensschüler der anderen Häuser: Hermine Granger und Ron Weasley aus Gryffindor, Draco Malfoy und Pansy Parkinson aus Slytherin und Padma Patil und Anthony Goldstein aus Ravenclaw. Ernie und ich trafen nur Sekunden vor Professor McGonnagall ein. Sie brachte uns in Dumbledores Büro. Dumbledore begrüßte uns mit seinem typischen, freundlichen Lächeln. Wir begrüßten ihn höflich. “Guten Abend.”, sagte Dumbledore freundlich, “Sie fragen sich sicher, warum ich Sie zu solch später Stunde zu mir rufe.”
Vereinzeltes Nicken. “Wie Sie ja alle am Ende des letzten Schuljahres mitbekommen haben, ist Cedric Diggory beim Trimagischen Turnier tragischerweise verstorben.”, begann Dumbledore seine Erklärung. Erneut vereinzeltes Nicken. Ich wischte mir eine Träne von der Wange. Noch immer schmerzte sein Tod. “Hör auf zu heulen, Abbott.”, spottete Malfoy. In mir brodelte die Wut hoch. “tut mir leid, dass du keine Gefühle hast!”, fauchte ich zurück. Einige Sekunden lang starrten wir uns wütend an. Dann räusperte Dumbledore sich: “Mr. Diggory ist nicht tot.”
Wir starrten ihn an, als hätte er uns gerade eröffnet, dass er eigentlich ein Muggel wäre. “Aber… wie ist das möglich?”, sprach Padma die Frage aus, die uns allen auf der Zunge lag, “Harry hat doch gesehen, wie der Todeshauch ihn getroffen hat.”
“Vielleicht lügt Potter ja.”, meinte Parkinson und Malfoy nickte. Wir sahen die Slytherins wütend an. “Harry lügt nicht!”, sagte Ron entschieden. “Wie wissen nicht genau, wie das möglich ist.”, beantwortete Dumbledore Padma Frage, “Nach dem Turnier wurde Mr. Diggory ins St. Mungo gebracht. Dort wurde festgestellt, dass er noch lebt. “Aber warum stand in den Zeitungen, dass er tot ist?”, fragte Hermine verwirrt.”Nun, Mr. Doggory ist zwar nicht tot, aber auch nicht ganz bei uns.”, sagte Dumbledore. Jetzt verstanden wir gar nichts mehr. Ratlos sahen wir unseren Schulleiter an. “Er schläft.”, erklärte dieser, “Und wir wissen nicht wann oder ob er wieder aufwacht.”
“Er schläft echt seit über zwei Monaten?”, fragte Ernie fassungslos, “Krass!”
“Liegt er noch im St. Mungo?”, fragte Anthony Goldstein. “Nein.”, sagte Dumbledore, “Letzte Woche wurde er hier her gebracht. Er liegt jetzt im Krankenflügel.”
“Er ist hier?”, hauchte ich fassungslos. Dumbledore nickte nur. In Dumbledores Büro herrschte Stille. Wir alle mussten diese Nachricht erst einmal verarbeiten. “Wir sollten in die große Halle gehen.”, meinte Dumbledore irgendwann, “Nicht, dass wir die Auswahl verpassen.”
Wir nickten und verließen gemeinsam mit Dumbledore das Büro.
In der großen Halle verbreitete sich die Nachricht, dass Cedric noch am Leben war, wie ein Lauffeuer. Überall blickte man in ungläubige Gesichter. Ich beschloss, Cedric so bald wie möglich zu besuchen.

