Bella Abbott | 5. Die zweite Aufgabe

“Bis dann Ced.”, verabschiedete Cho sich von Cedric. Sie küssten sich. Ich drehte mich um und ging den Gang zurück. Seit Cedric und Cho zusammen waren, ging ich Cedric aus dem Weg.
In der Bibliothek versuchte ich, etwas zu lesen, doch meine Gedanken kreisten nur um Cedric.
Etwa eine Stunde später kam ein Mädchen aus Ravenclaw zu mir. “Bist du Bella Abbott?”, fragte sie höflich. Ich nickte und sah sie fragend an. Sie verzog keine Miene: “Dumbledore erwartet dich in seinem Büro.”
Ich bedankte mich und ging sofort los. Auf dem Weg überlegte ich, was Dumbledore wohl von mir wollen könnte. Hatte ich irgendetwas getan? Nein. Zumindest wüsste ich nicht, was. Am Wasserspeier traf ich Hermine Granger, Ron Weasley und ein jüngeres, blondes Mädchen. “Hi.”, begrüßte ich die drei, “Wollt ihr auch zu Dumbledore?”
Hermine nickte: “Ja. Du auch.”
“Ja.”, nun nickte ich: “Wisst ihr, warum Dumbledore uns sprechen möchte?”
“Nein.”, antwortete Hermine. Plötzlich tauchte McGonnagall neben uns auf: “Das werdet ihr gleich erfahren.”
Sie brachte uns zu Dumbledore, der uns mit einem freundlichen Lächeln erwartete. “Ihr fragt euch sicher, warum ich euch sehen möchte, nicht wahr?”, fragte er mit einem nachsichtigen Lächeln. “Ja, Professor.”, sagte Hermine höflich, “Die zweite Aufgabe beginnt bald.”
“Deshalb seid ihr auch hier.”, antwortete Dumbledore. Hermine, Ron und ich wechselten ratlose Blicke. Das blonde Mädchen sah stumm auf den Boden. “entschuldigen Sie, Professor Dumbledore.”, ergriff ich das Wort, “Ich glaube, wir verstehen nicht ganz, was Sie uns sagen wollen.”
“Natürlich, natürlich. Entschuldigt bitte.”, gluckste Dumbledore, bevor er wieder ernst wurde, “Die vier Champions müssen jeweils die Person vom Grund des Sees retten, die ihnen am Wichtigsten ist. Das seid ihr. Aber keine Sorge, euch wird nichts passieren. Selbst wenn die Champions es nicht schaffen sollten. Ich werde euch in einen magischen Schlaf versetzen, ihr werdet erst wieder aufwachen, wenn ihr die Wasseroberfläche durchbrecht.”
Ich starrte Dumbledore sprachlos an. Der einzige Champion, der für mich in Frage kam, war Cedric. Aber das konnte nicht sein. Es müsste Cho sein. Oder einer seiner Freunde oder seine Schwester Nelly. Aber ich? Für mehr Gedanken blieb mir keine Zeit. Dumbledore murmelte einige Worte, dann empfing mich die Dunkelheit.

Cedrics Sicht:
“Viel Glück, Ced.”, wünschte mir Cho und gab mir einen sanften Kuss auf die Lippen, “Du schaffst das, bis später.”
Sie verschwand mit Marietta, um sich einen guten Platz auf der Tribüne zu sichern. Ich ließ meinen Blick über die Schülermenge schweifen. Bella war nicht zu sehen. Ich glaubte nicht, dass sie jetzt noch kommen würde, aber die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt. “Die Champions bitte zum Start.”, ertönte in diesem Moment Ludo Bagmans magisch verstärkte Stimme. Ein letztes Mal glitt mein Blick suchend über die Zuschauer, doch Bella konnte ich noch immer nicht entdecken. Seufzend machte ich mich auf den Weg zum Start. Wo war Bella bloß?

Bellas Sicht:
Ich schlug die Auge auf und schnappte nach Luft. Lauter Applaus brandete auf. Etwas desorientiert sah ich mich um. “Alles gut.”, beruhigte Cedric mich, während er mich vorsichtig durchs Wasser Richtung Land schob. “Danke.”, sagte ich nur. Wir erreichten den Steg. Madam Pomfrey und Ludo Bagman halfen uns nach oben und gaben uns trockene Handtücher. Fleur kam völlig aufgelöst zu uns. “Cedric! Hast du meine Schwester gesehen?”, fragte sie hysterisch, “Bitte sag mir, dass es ihr gut geht!”
Cedric nickte und öffnete den Mund, doch ich kam ihm zuvor: “Ihr wird nichts passieren. Dumbledore würde niemals jemanden sterben lassen, wenn er es verhindern kann.”
Fleur entspannte sich sichtlich: “Danke, äh…”
“Bella.”, sagte ich lächelnd. Sie lächelte zurück: “Danke, Bella.”
Dann ging Fleur zurück zu ihrer Schulleiterin. Cedric nahm meine Hand und zog mich an eine etwas ruhigere Stelle. Wir setzten uns. Ich entzog ihm meine Hand und sah stur auf den Boden. “Was ist los?”, fraget Cedric. Ich hörte eine Besorgnis in seiner Stimme, die dort nicht sein sollte. “Cho.”, antwortete ich nur. Was sollte ich auch sonst sagen? Dass er mein Herz gestohlen, auf den Boden geworfen und darauf herumgetrampelt war? Wohl kaum. Er schien meine Antwort zu verstehen, denn er schwieg. “Bist du mir in den letzten Wochen eigentlich mit Absicht aus dem Weg gegangen?”, fragte er schließlich. Ja. Ich wich seinem Blick aus: “Nein.”
Er schien mir meine Lüge nicht hundertprozentig zu glauben, doch er fragte nicht weiter nach. Schweigend beobachteten wir, wie Krum mit Hermine auftauchte. Sie setzten sich zu uns. Dann tauchten auch Harry, Ron und, zur Überraschung aller, Fleury kleine Schwester auf. Die Richter verkündeten die Punkte der Champions. Die Zuschauermenge löste sich langsam auf. Cho kam zu uns und fiel Cedric um den Hals. “Du hast es geschafft!”, jubelte sie, “Ich wusste, dass du es schaffen würdest!”
Sie küssten sich. Ich wandte genervt den Blick ab. “Komm Ceddy, die Hufflepuffs veranstalten eine Party für dich.”, erzählte Cho. Ich konnte nur mit Mühe ein Schnauben unterdrücken. Ceddy? Wie albern war das denn? “Ja, sagte Cedric und griff nach Chos Hand, “Kommst du mit, Bella?”
Ihr Anblick versetzte mir einen Stich. Ich schüttelte den Kopf: “Nein, ich muss noch einen Aufsatz fertig schreiben.”
Einen kurzen Moment bildete ich mir ein, einen enttäuschten Ausdruck über Cedrics Gesicht huschen zu sehen. Doch das konnte eigentlich nicht sein. “Okay.”, sagte er nur. Hand in Hand mit Cho machte er sich auf den Weg zum Schloss. Cho warf mir über die Schulter ein triumphierendes Lächeln zu. Ich lächelte gespielt freundlich zurück. Offensichtlich hielt sie mich jetzt für eine Konkurrentin, da ich laut Dumbledore die Person war, die Cedric am meisten vermissen würde. Ich seufzte und folgte den beiden in einer Entfernung, da ich mich noch umziehen musste.

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